02.03.16 | 140 PS auf einem Grünstreifen

Mein Bulli ist durch den TÜV. Dabei hatte er Sonntag noch einen kleinen Schreck zu verdauen. Seine Besatzung hatte ihn sicher zum Parkplatz vor dem Ihlower Kloster gesteuert. Der war allerdings voll belegt. So gings in eine Seitenstraße mit einem breiten Grünstreifen. Die Räder rollten lässig aufs Gras. Wir stiegen aus und spazierten zum Parkplatz, um am Fastengang teilzunehmen.

Bei der Rückkunft hatte der Bulli einen gewissen Tiefgang. Irgendwie schien die Grasnarbe viel weicher zu sein als vorher. Also gaben wir vorsichtig Gas, doch die Räder wollten keinen Zentimeter voran, drehten durch und warfen Motschplacken nach hinten. Der Tiefgang nahm zu.

Wir schoben Schutzmatten aus dem Wageninneren vor die Zugräder, damit sie Griff bekämen. Vergebens. In einer Hauseinfahrt standen drei Damen und begleiteten interessiert, wie zwei „Mann“ Fahrzeugbesatzung und 140 Pferdestärken daran scheiterten, zwei Räderkuhlen von vielleicht zehn Zentimeter Tiefe zu überwinden.

Flugs waren die Damen herbeigeholt und schoben nun freudig zupackend von hinten, was das Zeug hielt. Aber auch die zusätzlichen drei FS (Frauen-Stärken) halfen nicht. Da dämmerte dem menschlichen Schubverband, dass eine andere Lösung hermusste.

Eine der Damen wohnte auf dem Hof gleich nebenan. Sie alarmierte ihren jugendlichen Sohn. Der fuhr mit einem Trecker vor, spannte ein Seil an die Anhängerkupplung des Bullis und zog ihn rückwärts aus der Versenkung. Ein Handschlag und freundliche Gesichter reichten als Dankeschön für die gute Tat. Das freute uns sehr.

Wir winkten, als wir auf fester Straße weiterfuhren und aus dem Reifenprofil die Motsch-Plaggen auf den Asphalt spritzten. Wir hätten gewarnt sein müssen. Wir hatten an der Plaggefelder Straße geparkt.

Herzlich eure
Turmflüsterin

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