06.02.21 | Sonntagsgruß von Daniel

Liebe Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Neuauwiewitt! Heute kommen die Grüße zum Sonntag mal wieder aus Wiesmoor. Einen weiteren Monat mit Corona und den damit verbundenen Einschränkungen geschafft!

Wann wirds mal wieder richtig normal? Diese Frage, leicht abgewandelt von einem bekannten Lied von Rudi Carrell, ist mein aktueller Wegbegleiter. Ende des letzten Jahres hat man insgeheim vielleicht schon Pläne gemacht für den Frühling. Endlich wieder raus, endlich wieder Leute treffen, endlich wieder normale Schule und endlich wieder Nähe. Nun scheint es, dass wir wohl doch noch ein wenig länger warten müssen.

Für meine Familie bedeutet das, noch ein paar mehr Wochen Spagat zwischen Arbeit, Homeoffice, Distanzlernen und dem normalen Familienleben. Ich gebe zu, die Hoffnung auf schnelle Lockerungen und schrittweise Rückkehr zur Normalität haben doch öfter geholfen, Kraft zu schöpfen, um die Situation zu bewältigen. Zum Glück gibt es noch ein paar andere Quellen, aus denen man schöpfen kann. Für viele Menschen ist die Bibel genau diese Quelle, aus der man seine Hoffnung und Motivation für den Alltag zieht.

Da gibt es nämlich noch einen, der von morgens bis abends zu tun hatte. Am frühen Morgen raus aus den Federn, beten und losziehen, das Evangelium zu verkünden. Tagsüber Seelsorgegespräche und das ein oder andere Mal ein Wunder wirken. Abends ein paar Kranke heilen, ein paar Dämonen austreiben und wieder ins Bett. Natürlich ist das Wochenende auch nicht frei. Sabbatgottesdienst in der Synagoge und im Anschluss noch die Schwiegermutter von Petrus heilen. Und das ist eher eine normale Woche im Leben von Jesus. Das Ganze noch unter den Bedingungen von vor 2000 Jahren. Hut ab!

Ich möchte damit nicht in Relation stellen, was wir alle aktuell unter den widrigen Umständen leisten. Mir hilft es zu lesen, wie andere Menschen mit schwierigen oder gar extremen Situationen umgegangen sind. Und wie auch Jesus weiß ich, dass ich diesen Weg nicht allein gehe. Jesus hatte seine Jünger und seine Anhänger, die immer bei ihm waren. Ich habe meine Familie und meine Freunde. Und dann ist da noch einer, der immer bei Jesus war und immer bei uns ist. Jemand, der uns seine Hand reicht und sagt: „Wenn du sie mal brauchst, greif einfach zu.“

Ich möchte Ihnen und euch noch ein irisches Segensgebet mit auf den Weg geben. Auch wenn dieser Segen schon sehr alt ist, ist er doch heute noch absolut aktuell.

Vergiss die Träume nicht, wenn die Nacht wieder über dich hereinbricht und die Dunkelheit wieder dich gefangen zu nehmen droht.
Noch ist nicht alles verloren. Deine Träume und deine Sehnsüchte tragen Bilder der Hoffnung in sich. Deine Seele weiß, dass in der Tiefe Heilung schlummert und bald in dir ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir, dass du die Zeiten der Einsamkeit nicht als versäumtes Leben erfährst, sondern dass du beim Hineinhorchen in dich selbst noch Unerschlossenes in dir entdeckst.
Ich wünsche dir, dass dich all das Unerfüllte in deinem Leben nicht erdrückt, sondern dass du dankbar sein kannst für das, was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir, dass all deine Traurigkeiten nicht vergeblich sind, sondern dass du aus der Berührung mit deinen Tiefen auch Freude wieder neu erleben kannst.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch ein schönes Wochenende, positiv denken – negativ bleiben!

Herzlichst Ihr/Eurer

Daniel

Bild und Text: Daniel Gauda

PS: Vielleicht ist jemandem aufgefallen, dass auf diesem Foto ein Familienmitglied fehlt. Caja war an diesem Tag etwas bockig und steht außerhalb des Bildes, schmollend an einem Baum. Beim nächsten Mal ist sie mit drauf.

 

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