16.10.20 | Sonntagsgruß aus dem Pfarrhaus

Lieber Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Neuauwiewitt! Herzlich grüße ich Sie aus dem Pfarrhaus. Das beherrschende Thema der letzten Tage sind wohl die steigenden Zahlen bei den Corona- Neuinfektionen,

auch hier bei uns in Ostfriesland. Angst macht sich breit. Das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstag für Deutschland mit 6638 Fällen so viele Neuinfektionen  wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Bislang wurde der höchste Wert mit 6294 Fällen Ende März erfasst. Niemand weiß genau, welche Maßnahmen richtig sind, auch die Länderchefs und die Bundeskanzlerin nicht: Beherbergungsverbot, Sperrstunden, Alkoholverbot, Kontaktbeschränkungen?

In unseren Gemeinden versuchen wir, vorsichtig zu sein. Unsere Hygienevorschriften bringen wir immer auf den aktuellen Stand. Wir desinfizieren, halten Abstand, lüften, (so dass es manchem schon zu kalt wird,) und verzichten auf größere Veranstaltungen. So hoffen wir, gut durch die Pandemie zu kommen. Danke Ihnen und Euch allen, dass alle Maßnahmen so verständnisvoll und verantwortungsbewusst mitgetragen werden.

Ich fand einen Text von Hubert Halbfas, der uns in der augenblicklichen Situation guttun und nachdenklich machen kann: 

Was man alles mit Gott machen kann

Man kann Gott verantwortlich machen für Hunger und Elend.
Man kann Gott leugnen, weil er sich nicht sehen lässt
und Unglück nicht verhindert.

Man kann Gott mieten zu besonderen Anlässen.
Er dient der Feierlichkeit und fördert den Umsatz.

Man kann Gott nur für sich haben wollen und anderen –
Besonders Andersdenkenden – Gott absprechen.

Man kann Gott für die eigene Macht gebrauchen,
indem man sagt, alle Autorität komme von Gott.

Man kann im Namen Gottes Kriege führen,
Menschen verdammen und töten
und sagen, das sei Gottes Wille.

Das alles aber ist gott – los.
Man kann mit Gott nichts „machen“,
weder ihn gebrauchen noch ausnutzen,
denn Gott ist Liebe,
und daran hat nur Anteil,
wer diese Liebe in sich selbst
groß werden lässt.
                       

Ich wünsche Ihnen/ Euch ein gutes Wochenende!

Johannes Ehrenbrink, Pfr.

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