16.10.21 | Sonntagsgruß von Andrea

Liebe NeuAuWieWittler*innen, manchmal geht mein Hirn interessante Wege: es schnappt ein Wort auf und fängt an, daran zu arbeiten. Zuerst merke ich das gar nicht richtig, denn es fängt ganz leise an, das Wort,

das da in meinem Kopf ist. Es wiederholt sich, immer öfter, bis ich es nicht mehr überhören kann. Ich versuche, an etwas anderes zu denken, aber zwecklos, es geht nicht weg. Dann spreche ich es leise aus – und je öfter ich das tue, um so merkwürdiger kommt mir das Wort vor und ich weiß gar nicht recht, gibt es das Wort überhaupt? Wer hat sich das ausgedacht? Und warum hängt das jetzt in meinem Gehirn fest?

Mir ging das in dieser Woche mit dem Wort „Diener“ so. Jesus sagt es im Evangelium heute: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ Diener, dienen – Herkunft: althochdeutsch dionôn, gekürzt aus diuwinôn — abgeleitet von dio, deo, „Knecht“, mit der Bedeutung „Knecht sein“, sagt das Internet.

„Knecht sein“, das kannten die Menschen damals. Ein Knecht arbeitete auf einem Bauernhof und machte dort die niederen Aufgaben, also die, die sonst keiner tu wollte. Und Jesus sagt, man soll Diener/Knecht aller sein, um groß zu sein? Verkehrte Welt! Aber so ist es ja oft bei ihm, er denkt ganz anders als wir. Für Jesus ist es wichtig, dass wir Menschen aufeinander achten, dass wir uns nicht gegenseitig unterdrücken, nicht unsere Macht gegen andere gebrauchen. Wir sollen uns aber auch nicht klein machen, sondern unsere Talente nicht zu unserem Nutzen, sondern zum Besten der ganzen Gemeinschaft einsetzen – das ist menschliche Größe in Gottes Augen.

„Dienen“… klingt auf einmal gar nicht mehr so merkwürdig … oder jetzt erst recht? 😉

Ich wünsche Ihnen und Euch einen schönen Sonntag!

Andrea Eilers

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