2014-01-20-Turmgeflüster der abgelaufenen Woche

Martin Willing | Zum Stand der Ökumene (Sonntag)

Zum Stand der Ökumene spricht heute der Catholoca-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. Er predigt in der Vesper aus Anlass der internationalen Gebetswoche für die Einheit der Christen um 15 Uhr im St.-Paulus-Dom in Münster.oekumene-bischoefe

Landesbischof Friedrich Weber, Weihbischof Wilfried Theising (r.)

Die Liturgie, die Weihbischof Wirfried Theising leitet, wird live im Internet bei www.kirchensite.de übertragen, wie das Portal mitteilte. Die Übertragung der Vesper wird heute wenige Minuten vor 15 Uhr freigeschaltet.

Herzlich euer Turmflüsterer


Gebetswoche für die Einheit der Christen (Samstag)

Heute beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen (bis zum 25. Januar). Das ist kein Akt, der Schlagzeilen produziert. An den meisten Menschen wird die Woche vorbeirauschen.

Ist Ökumene noch ein „großes Thema“? Ja und nein – in Theorie und Praxis gibt es enorme Unterschiede. Die Theologen der christlichen Kirchen, die klare Aussagen zu treffen haben, haben sich bei weitem nicht angenähert wie die „normalen Menschen“ bei ihren Begegnungen. Für sie spielt das Trennende in den Glaubenslehren nicht die erste Rolle.

Menschen wie Du und ich freuen sich darauf, im Glauben an denselben Gott mit anderen Christen Gemeinschaft zu erleben.


Enge Beziehung zu Schweinen (Freitag)

Der 17. Januar  ist der Festtag des heiligen Antonius, des Mönchs und Eremiten aus der Ägyptischen Wüste. Er wird mit dem mehr oder weniger freundlichen Spitznamen „Schwienetüns“ belegt, weil er die Haustiere und vor allem die Schweine beschützt. Wer nicht auf dem Land lebt, hat womöglich Probleme damit, zum Schwienetüns ein Verhältnis aufzubauen.

Im Laufe des Tages ist das neue „Gerüst“ für die Rubrik „Lexikon“ fertig geworden. Das „Lexikon“ ist noch ziemlich dürftig bestückt. Das wird sich schon bald ändern. Neue Beiträge für das „Lexikon“ werden wie normale Artikel im „Archiv“ gelistet.


Zehn deutsche Kardinäle (Donnerstag)

Am 22. Februar ernennt Papst Franziskus 19 neue Kardinäle, darunter den langjährigen Bischof von Regensburg und jetzigen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, gratulierte Müller zu dieser Auszeichnung. Mit Gerhard Ludwig Müller stehen zehn deutsche Bischöfe im Kardinalsrang: Joachim Meisner (Köln), Karl Lehmann (Mainz), Reinhard Marx (München und Freising), Rainer Maria Woelki (Berlin), Friedrich Wetter (Erzbischof em. von München und Freising) sowie in Rom Walter Kasper, Paul-Josef Cordes, Walter Brandmüller und P. Karl Becker SJ.


Heilige Messe bei den Schwestern (Mittwoch)

Am Mittwoch feierten Delia und ich zum ersten Mal eine Heilige Messe in der Kapelle des Schwesternhauses mit. Wir waren eine ziemlich kleine Gemeinde; umso eindringlicher erlebte ich den Gottesdienst. Im Tagesevangelium, das Pfarrer Johannes Ehrenbrink vortrug, erfuhren wir, wie Jesus die unter Fieber leidende Schwiegermutter von Petrus und anschließend auch viele andere Kranke heilte.

Es war der Tag, an dem eine Ärztin des Auricher Klinikums uns darüber informierte, was die computertomografischen Untersuchungen zum Abschluss des ersten Therapie-Zyklus‘ ergeben hatten – nämlich bestmöglichen Erfolg. Und es war der Tag, an dem wir erfuhren, dass es einigen ebenfalls betroffenenen Gemeindemitgliedern inzwischen gut geht.

Was für ein schöner Gottesdienst in der Kapelle! Wenn Sie ein besonderes Anliegen haben – klingeln Sie mittwochs vertrauensvoll am Schwesternhaus; Sie sind willkommen zur Eucharistiefeier um 10 Uhr.


Quäker-Mitgründer George Fox (Dienstag)

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Er ist kein Heiliger und gehört nicht einmal zum katholischen Milieu. Und doch ist heute sein Gedenktag, der als ökumenischer Gedenktag gilt. Es handelt sich um George Fox (* 1624, † 1691), einen der Gründerväter der Quäker („Religiöse Gesellschaft der Freunde“).

1649 trat Fox (Abbildung r.) erstmals öffentlich auf. Er hielt eine Protest-Ansprache in einer Kirche in Nottingham, wurde verhaftet und zum ersten (von insgesamt acht) Gefängnisaufenthalten verurteilt (wegen Gotteslästerung).

Ab 1671 begab er sich auf Reisen in die 13 Kolonien, nach Holland und Norddeutschland, um die Mennoniten, Labadisten und andere christliche Splittergruppen für seine Lehre zu gewinnen. Das Quäkertum ordnet sich heute hauptsächlich in eine evangelikale, konservative und liberale Ausrichtung; in den drei „Gruppen“ bestehen theologisch zum Teil große Unterschiede.


Ökumenische Gebetswoche (Montag)

Für die ökumenische Gebetswoche (18. bis 25. Januar) sind die Materialien von einer Gruppe kanadischer Christen erarbeitet worden. Das Leitwort der Woche („Ist denn Christus geteilt?“) nimmt Bezug auf ein Paulus-Wort (1 Kor 1,1-17), das uns versichert, dass Christus nicht „zerteilt“ ist.

„Ökumene lebt davon, beim anderen Gottes segensreiches Wirken wahrzunehmen und dafür dankbar zu sein“, schreibt Marc Witzenbacher in der Monatsschrift Magnificat. Beeindruckend, was in Kanada, dem zweitgrößten Land der Erde, schon geleistet worden ist: Dort wurde 1925 die „Vereinigte Kirche von Kanada“ gegründet – ein Zusammenschluss der christlichen Konfessionen. „Heute arbeiten im Kanadischen Rat der Kirchen 24 Kirchen zusammen, darunter alle Konfessionsfamilien, auch die Anglikaner, verschiedene orthodoxe Kirchen, die Freikirchen und die römisch-katholische Kirche“. Der Rat repräsentiert rund 85 Prozent aller Christen in Kanada. Die katholische Kirche ist freilich noch kein ordentliches Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK).

Die Materialien zur Gebetswoche können auf der Internetseite des ÖRK heruntergeladen werden: Materialien Gebetswoche

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