2014-06-27 Besuch im Hospiz Leer

Sie sind bis zum letzten Augenblick wichtig

Von Hildegard Lüken | In der Reihe „Glaube im Gespräch“ Hospiz besichtigt

Unter dem Leitgedanken „Der Glaube im Gespräch“ finden in der Pfarreiengemeinschaft jedes Jahr drei unterschiedliche thematische Veranstaltungen statt. Für die zweite in diesem Jahr war ein Besuch im Hospiz Huus Leer vorgesehen. 16 Interessierte machten sich am Mittwochabend auf den Weg nach Leer, um sich über die Hospiz-Idee zu informieren.

Gretel Bluhm-Janssen, die erste Vorsitzende der Hospiz-Initiative Leer e. V., empfing uns in einem gemütlichen Aufenthaltsraum, um über Hospize im Allgemeinen und die Entwicklung der Hospiz-Idee bis zum Hospiz Huus zu informieren.

1-Hospiz-Stuhlkreis„Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben können, sondern auch bis zuletzt leben können.“ Das sagte die Gründerin der Hospizbewegung Cicely Saunders.

Gretel Bluhm-Janssen (r.) bot die vielen interessanten Informationen gut dar.
Fotos: Petra Heidecker

Die Hospizbewegung möchte ein würdevolles Leben bis zuletzt in Geborgenheit ermöglichen und Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges begleiten. Dabei sollen ihre Wünsche, Bedürfnisse und Rechte im Mittelpunkt stehen. Die Lebensqualität des schwerkranken Menschen und seiner Angehörigen soll erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Das schließe die Linderung körperlicher Beschwerden ebenso ein wie die Befriedigung des Bedürfnisses nach Anregung, Kommunikation, Nähe und Gemeinschaft.

Im Jahr 1999 gründete sich die Hospiz-Initiative Leer e. V. und entwickelte sich im Laufe der folgenden 15 Jahre über die Eröffnung eines Trauercafés, Einrichtung einer Stiftung, ambulante Kinderhospizarbeit und den Bau des Hospizhauses stetig weiter. Sie gründete Trauergruppen, auch für Kinder, führt Palliative Care Kurse für Pflegekräfte und Weiterbildungslehrgänge für ehrenamtliche Hospizmitarbeiter durch und vieles andere.

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Die Gruppe freute sich an den hellen und freundlichen Räumen.

Im Februar 2009 hatte die Eröffnung des ersten stationären Hospizes in Ostfriesland stattgefunden, das „Hospiz Huus Leer“, ein wunderschöner Bau, hell und freundlich, liebevoll ausgestattet mit Bildern und Blumen und anderen Dingen, die in einem Haus für Geborgenheit sorgen. Das Gebäude ist ganz auf die Bedürfnisse seiner Bewohner zugeschnitten. Zwei sanft geschwungene Trakte sind verbunden durch den kommunikativen Mittelpunkt einer Küche und dem großzügigen und hellen Wohn- Essbereich. Hier kann man sich treffen zu Gesprächen, gemeinsamen Feiern und zum Entspannen. Hinzu kommt ein Raum der Stille, in den sich Menschen zurückziehen können.

Zehn große, wohnlich eingerichtete Zimmer mit Bad stehen für die kranken Gäste zur Verfügung, jedes mit Ausgang auf die Terrasse. Angehörigenzimmer sind geplant und sollen noch gebaut werden.

Die Besucher aus Aurich, Wittmund und Wiesmoor ließen sich begeistern von den Berichten von Frau Bluhm-Janssen und der Freundlichkeit und Ruhe der Mitarbeiter und des ganzen Hauses. Man spürte die Begeisterung für ihre Arbeit und die liebevolle Zuwendung für die schwerkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

„Hospiz ist mehr als nur ein Ort. Hospiz steht für eine Haltung dem schwerkranken Menschen gegenüber, die von großer Achtung vor seinem ganz individuellen Lebensweg gekennzeichnet ist, verbunden mit bedingungsloser Wertschätzung.“ Vor diesem Hintergrund begleiten 25 hauptamtliche und 75 ehrenamtliche Mitarbeiter die schwer kranken Gäste. Frau Bluhm-Janssen betonte, dass ohne die vielen Ehrenamtlichen, die auch Kranke in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen besuchen, sich Hospizarbeit nicht machen und bezahlen ließe. Und diese Arbeit verdient alle Hochachtung und Unterstützung.

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Sie besuchten das Hospiz in Leer und kehrten beeindruckt zurück.

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