2015-03-22 Klüngeltüngel-Tag in Oldenburg

Von Elisabeth Funke | Spannende Stadtführung und Kaffeetrinken

Am 20. März war Klüngel-Tüngel-Tag, und ihr Ziel war Oldenburg. Im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sahen sich die Teilnehmer die Fotoausstellung „Das Watt“ von Alfred Ehrhardt an.

Auf 74 verschieden großen Schwarzweißfotos eröffnet sich eine Wunderwelt. Immer wieder neu und anders erscheinen die Sandstrukturen, die durch Wind und Wetter, durch Ebbe und Flut in der „Urlandschaft“ Wattenmeer geschaffen wurden.
Die bizarren Strukturen und Ornamente wurden durch den präzisen Blick des Fotografen aufgespürt und im Bild festgehalten.

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Die Gruppe Klüngeltüngel in Oldenburg.

Alfred Ehrhardt war eigentlich Kunsterzieher an der Landeskunstschule in Hamburg, bis er 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wurde. Daraufhin arbeitete er als Organist in Cuxhaven. Während ausgedehnter Wanderungen zwischen den Inseln Neuwerk und Scharhörn erkannte er die Schönheit des Watts und schuf zwischen 1933 und 1936 diesen Bilderzyklus. Die Ausstellung war europaweit erfolgreich und wird zum ersten Mal im Nordwesten Deutschlands präsentiert.

Nach einem leichten Mittagessen ging es zur Stadtführung. Die Klüngeltümgels trafen sich auf dem Schlossplatz, ehemals Schlossfreiheit, und hatten einen wunderschönen Blick auf das vom Grafen Anton Günter (Regierungszeit ab 1602) im italienischen Renaissancestil erbaute Schloss.

Es wurde auf den Grundmauern einer im 12. Jahrhundert errichteten Wasserburg gebaut. Die Lage war strategisch günstig, weil es hier eine Furt über die Hunte gab, über die die Handelsstraße von Bremen oder Westfalen in den Norden führte.

Graf Anton Günter begann auch mit der Zucht der bekannten „Oldenburger“ Pferde und konnte dadurch verhindern, dass die Stadt im dreißigjährigen Krieg verwüstet wurde, indem er dem Feldherrn Tilly, der schon vor den Toren der Stadt stand, wertvolle Pferde schenkte.

Die Geschichte Oldenburgs verlief sehr wechselhaft. Durch die Verwandtschaft der Oldenburger Grafen mit dem dänischen und russischen Königs- bzw. Zarenhaus kam die Stadt immer mal wieder unter dänische oder russische Herrschaft. Auch nach dem Tod von Anton Günther, der kinderlos starb, fiel die Stadt an die dänische Krone.

Zu dieser Zeit ereignete sich der große Brand, bei dem die Stadt infolge von mehreren Blitzeinschlägen fast vollständig niederbrannte. Vom Brand verschont wurde das Fachwerkhaus „Degode“ mit sehenswerter bemalter Holzdecke und der Lappan, der einst zum Hl.-Geist-Spital gehörige Glockenturm und das heutige Wahrzeichen von Oldenburg.

Von großer Bedeutung für die Oldenburger war die Regentschaft des Herzogs Peter Friedrich Ludwig ab 1785, dem sie nicht nur die vielen klassizistischen Bauten wie die Häuserzeile an der Huntestraße oder den Umbau der Lambertikirche zu verdanken haben, sondern auch das erste Krankenhaus (Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital) und die erste Sparkasse, der Vorläufer der heutigen Oldenburgischen Landesbank.

Glücklich darüber, dass das Wetter gehalten hat, mit ganz vielen Informationen versehen und voll mit Eindrücken beendeten die Klüngeltüngels die fast zweistündige Stadtführung und ließen bei einer Tasse Kaffee und selbstgebackenem Kuchen den Tag noch einmal Revue passieren, bevor sie sich auf den Rückweg nach Aurich machten.

Als nächste Veranstaltung ist für den 20. April eine Nacht-Stadtführung in Aurich geplant. Neue Interessenten sind herzlich willkommen.

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