2015-06-17 Glaube im Gespräch

Sie gingen den Lebensspurenweg

Von Kyra Watermann | „Glaube im Gespräch“ auf Langeoog

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Glaube im Gespräch“ machten sich Gemeindemitglieder aus Neuauwiewitt mit der Fähre auf den Weg nach Langeoog. Dort sollte es einen Lebensspurenweg geben, den Brigitte Hesse für die Teilnehmer vorbereitet hatte.

Langeoog wirbt mit dem Slogan: „Die Insel für’s Leben“- und wirklich hat sie viel wunderschöne Natur, die Dünen, das Meer, den Strand und vieles mehr. Aber Langeoog hat eine Geschichte, die auch anderes erzählt: von Menschen, die nicht freiwillig dort waren und dort gestorben sind. Dieser Geschichte wollten wir ein wenig nachspüren.

1-Langeoog1Im Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Nikolaus auf Langeoog wurden wir herzlich empfangen und konnten uns zunächst mit Kaffee, Tee und Schnittchen stärken.

Im Gemeindehaus – rechts vorn Brigitte Hesse, die die Teilnehmer mit auf den Lebensspurenweg nahm.

In St. Nikolaus starteten wir den Lebensspurenweg.

Wir haben die schöne Kirche von innen betrachtet und uns fiel sofort das große weite Fenster auf, das „den Kontakt zwischen Glauben und Leben, zwischen Hoffnung und Wirklichkeiten fordert und setzt“, so Brigitte Hesse.

Im Anschluss daran ging es weiter zum Haus Meedland, eine Freizeit- und Tagungsstätte der Bremischen Evangelischen Kirche. Ab 1941 wurden sowjetische Kriegsgefangene auf die Insel gebracht, um Arbeiten wie Straßenbau u.ä. zu leisten. Sie waren auf dem Meedland untergebracht. Innerhalb kürzester Zeit starben mehr als ein Drittel von ihnen – an Krankheiten, aber noch mehr durch Hunger, härteste Arbeit und den Terror der Wachmannschaften.

1-Langeoog2Die Bremische Evangelische Kirche und das Haus Meedland stellen sich der Verantwortung, die ihnen die Vergangenheit auferlegt hat. So führt beispielsweise ein Weg über das Gelände mit der Inschrift: „Todesursache: allgemeine Körperschwäche“ (siehe Foto rechts).

Wir machten uns auf den Weg zum Dünenfriedhof. Dort konnten wir unter anderem die Kriegsgefangenengrabstätte betrachten. Das Ehrenmal besteht aus sechs Sandsteinstelen, auf denen die Namen und Todesdaten der Soldaten vermerkt sind.

Den Abschluss des Weges bildete der Besuch der evangelischen Kirche auf Langeoog. Das Altarbild dort ermöglichte uns vor Ort eine anregende Diskussion über die möglichen Interpretationen.

Danach konnte jeder für sich den Tag auf der Insel ausklingen lassen: bei einem leckeren Eis, einem Strandspaziergang oder ähnlichem.

1-Langeoog31-Langeoog4Das Foto l. zeigt den Dünenfriedhof, das Foto u. das Altarbild in der ev. Kirche.

Es war für alle Teilnehmer ein interessanter, spannender und ereignisreicher Tag, der viele Gespräche und die ein oder andere Diskussion ins Rollen brachte.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Brigitte Hesse für die Vorbereitung und Begleitung an diesem Tag!

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Ein schöner Tag auch mit Freizeit auf Langeoog.

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