2017-11-21 | Hups, was wollen die…?

Hups, was wollen die? Das fragte sich Esther Dusse, sozialpädagogische Fachkraft im Haus für Kinder und Familien. „Plötzlich“ standen Horst Stamm und die Turmflüsterin in der Kita.

Blicken wir ein paar Tage zurück. Da hatte sich das gesamte pädagogische Team zum Jahresgespräch im Bonihaus versammelt. Das war wichtig: Das Qualitätsmanagement fordert ein solches Treffen mit Vertretern der Kirchengemeinde spätestens alle zwölf Monate.

So besprach das Team mit Johannes Ehrenbrink, Pfarrer, Horst Stamm, Rendant und Vorsitzender des Kita-Ausschusses, sowie Anne von Ohr im Musikzimmer die Aktionen und Projekte 2017, und sie legten die Ziele für 2018 fest.

Da lupften die Damen mit beredten Worten aus ihren Wunschlisten die eine oder andere Investitionsidee zu Ausstattung, Räumlichkeiten und Mobiliar.

Ganz oben stand für Esther, passionierte Klavierspielerin, ein hauseigenes Keyboard. Sie hatte kein Superwahnsinnsteil im Kopf, sondern wollte bescheiden Töne aus Tasten in abgespeckt-günstiger Machart erzeugen.

Ihr Ziel: Neben den Kolleginnen, die Gitarre spielen, Kinder beim Musizieren begleiten und für den guten Ton begeistern.

Horst saß da und grinste mit zusammengepressten Lippen, wie er eben zu grinsen pflegt, wenn er sich an einem Gedanken freut. Und wie häufig, wenn er so grinst, schwieg er vor sich hin. Er kam nach Hause und sprach zur Turmflüsterin: „Wir haben doch unlängst darüber geredet, dass dein ererbtes Keyboard in der Kita noch gute Dienste leisten könnte…“

Esther und Tina begleiteten die Kinder, die gleich angerannt kamen…

Die Turmflüsterin bejahte. Horst sagte: „Die Situation ist da.“ Er befreite das Keyboard vom Staub der Zeit, packte Notenbord und Ständer zusammen und meldete einen Besuch in der Kita an. Das macht er sonst nie (er geht einfach hin). Er bat Leiterin Tina Hardy darum, auch Esther Dusse Bescheid zu sagen.

So stiegen vor allem bei Esther Fragen auf. Was will Horst? Hab ich was verbrochen? Natürlich nicht. Ihre Weste war makellos rein wie Schneeweißchen höchstselbst.

Esther und Tina staunten, als das Instrument „um die Ecke“ kam, setzten sich gleich vor die Tasten und stellten begeistert fest: Das Teil funktioniert.

Sofort kamen Kinder angerannt, und, na klar, wollten sie ebenfalls diese tollen Töne erzeugen.

Die Turmflüsterin zeigte, wie sie mit den Knöpfchen oberhalb der Tasten ganze Orchester als Begleitmusik zuschalten können – von der Brassband bis zu den Berliner Philharmonikern. Die Kinder kamen sich wie kleine Musikgenies vor und probierten fast alle Knöpfchen durch.

Als Tina mit einem kleinen Druck Glocken erklingen ließ, hielt ein Knirps seinen Zeigefinger in die Höhe, horchte und rief: „Kirche.“ Ein dumpf-rollendes Geräusch kommentierte ein Knirps mit dem Wort „Pups“.

Eines hatten die Kinder sofort verstanden: Das Keyboard durfte bleiben. So waren sie wenig begeistert, als Tina das Instrument gleich wieder entführen wollte, um in einem Fachgeschäft eine kleine Reparatur durchführen zu lassen.

Die war fällig geworden, weil ausgerechnet bei der Fahrt zur Kita – die Turmflüsterin steuerte ihren Bulli über eine vorfahrtberechtigte Straße – eine Dame mit ihrem Wagen einfach auf die Fahrbahn gerollt war. Ein Urschrei von Horst und eine Vollbremsung verhinderten Schlimmeres. Allerdings schoss das Keyboard über den Fußboden im hinteren Fahrgastraum des Bullis. Eine Taste nahm Schaden.

Halb so wild. Jetzt darf tüchtig gespielt werden.

Herzlich eure
Turmflüsterin

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