2017-12-03 | Das Kind besah sich die Maria

Seit Jahren steht auf dem Tisch, an dem ich frühstücke, eine Madonnenfigur im Handtaschenformat. Einmal hatten wir am ersten Advent ein Kind zu Gast. Es besah sich die „Maria“, und dann kam der Satz…

… „Komisch, die Maria sieht gar nicht schwanger aus. Bald ist doch Heiligabend.“ Kindermund, wunderbar. Kurz vor dem Fest, diesem denkwürdigen Tag mit all der Bescherung, mit Hirten, Engeln und Stall: Aber „die Maria sieht gar nicht schwanger aus“.

Wir haben gelacht; der Kleine gluckste über den Heiterkeitserfolg. Ich erklärte ihm, dass die richtige Maria einen herrlich dicken Bauch vor sich her getragen habe; wohlig warm habe das Jesuskind darin geruht.

Bis heute freue ich mich an diesem Satz. Wie viel sehen wir nicht und glauben als Christen doch daran. Wir sehen den Heiland nicht, mit dem Maria damals schwanger ging, und glauben doch, dass er durch sie als Mensch in unsere Welt gekommen ist.

Das feiern wir in drei Wochen. Ich freue mich auf den Weg dorthin. Da bekommen wir etwas zugemutet: unseren Gott, der sich in Jesus schon vor seiner irdischen Niederkunft in die Hände der Menschen begibt – und am Ende darin umkommt.

Jesus fängt ganz klein an; er hört ganz klein gemacht auf und bewegt genau damit die Welt. Weil Gott aus dem Kleinsten das Größte machen kann!

Es reicht, wenn wir klein sind und Kleines tun. In den nächsten Wochen sind Christen eingeladen runterzukommen – von Machtgehabe, Beurteilungen, Ansprüchen und Wünschen aller Art.

Einen frohen Advent wünscht eure
Turmflüsterin

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