2018-09-19 | Unsere Glocken läuten für den Frieden

Auch in ostfriesischen Kirchen läuten Freitag, 21. September, ab 18 Uhr für eine Viertelstunde die Glocken aus besonderem Anlass. Damit stimmen sie ein in das Geläut ungezählter weiterer Kirchen.

Zum ersten Mal überhaupt erklingen im Europäischen Kulturerbejahr 2018 europaweit kirchliche und säkulare, also „kirchenunabhängige“ Glocken gemeinsam. So setzen sie ein starkes Signal des Friedens.

Hinter diesen Schall-Lamellen im Turm von St. Ludgerus Aurich erklingen Freitag die Glocken.

Das Kulturerbejahr* erinnert u.a. an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, an den Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs vor 400 Jahren und an das unermessliche Leid, das diese Kriege über die Menschen brachten.

Auch die Kriege der heutigen Zeit sind nah bei. Sie toben kaum drei Flugstunden entfernt. Wir haben keinen Frieden, so lange andernorts Menschen getötet werden und Überlebende in vermeintlich sichere Länder wie Deutschland fliehen, wo ein Mob die Jagd auf sie fortsetzt.

Jetzt also sprechen die Glocken. Sie haben eine eigene Sprache. Ihre Töne gehen ins Herz: Sie rufen herbei, stimmen ein, begleiten, künden von Tod und Auferstehung oder bitten und mahnen und solidarisieren: wie an diesem Freitag.

Wir sind mehr. Mit den Glocken klingt und schwingt die frohe Botschaft dieser Menschen durch die Städte. Sie helfen. Sie wahren fremde und eigene Würde. Sie arbeiten für den Frieden.

Wenn ich Freitag ab 18 Uhr die Glocken höre, werde ich froh sein, sagt

herzlich eure
Turmflüsterin

 

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