2019-02-25 | Gründerväter mit Gründermüttern

Einige Begriffe sind uns geläufig und kommen dennoch aus dem Sprachgebrauch. Das ist gut, denn sie sind ungenau. Gründerväter ist so ein Wort. Denn wo Väter walten…

… sind Mütter nach allgemeiner Lebenserfahrung meist nicht fern. Wort-Ungenauigkeiten passieren ab und an auch angesehenen Einrichtungen. So lud das Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen, eine Katholisch-Soziale Akademie des Bistums Osnabrück, für den 14. März zu einem Podiumsgespräch ein. Es geht um die Frage, welche Rolle Christen heute spielen können, um den europäischen Einigungsprozess zu beleben und verbindende Grundideen freizulegen – ein wichtiges Thema! In der Einladung schrieb das LWH: „Die Gründerväter der heutigen Europäischen Union handelten nicht nur aus politischem und ökonomischem Kalkül, als sie … mit dem Vertrag von Paris die Europäische Gemeinschaft … ins Leben riefen.“

Simone Veil. Eine der Gründerväter?

Nur Gründerväter? Gründermütter hatten einen sehr erheblichen Anteil an Geburt, ersten Gehversuchen und Kindheit der EU.

Da sind z.B. die Politikerin und Pädagogin Nicole Fontaine, die europäische Föderalistin der ersten Stunde Ursula Hirschmann und die Holocaust-Überlebende und erste Präsidentin des Europäischen Parlaments Simone Veil.

Das unschöne Gendersternchen hilft auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Frauen nicht weiter, wenn Altväter die Gründermütter dieser Welt nicht in den Blick nehmen (wollen), meint

herzlich eure Turmflüsterin

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