27.04.16 | Wie tickt die Jugend?

Unlängst las ich in einem Buch, dass Rebellion eine Sache der Jugend sei. Das Buch stammt aus den 1980er-Jahren. Die Jugend heute rebelliert nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Sinus-Studie*.

Früher brachten aufbegehrende Jugendliche ihre Eltern zur Verzweiflung. Heute möchten die 14- bis 17-Jährigen „sein wie alle“. Abgrenzung? Provokation? Ratten auf der Schulter neben dem Irokesenschnitt? Das war einmal. Lahme Jugend? Ganz sicher nicht.

Sie diskutiert über Sinnfragen, ist skeptisch, wenn’s um die Institutionen von Religionsgemeinschaften geht, und sehnt sich nach einem gemeinsamen Wertekanon mit Freiheit, Aufklärung, Toleranz und guten sozialen Strukturen. Vielleicht reagiert sie mit dieser konventionellen Haltung gerade auf eine Welt, in der so viel beliebig, unübersichtlich und unberechenbar geworden ist. Sie sucht Geborgenheit, Halt und Sicherheit.

Ermutigend sind die Studien-Ergebnisse auch für Migranten. Die deutschen Jugendlichen sprechen sich mehrheitlich für religiöse Toleranz sowie die Aufnahme von Geflüchteten und Asylsuchenden aus.

Mit dieser Jugend ist Staat zu machen – ein guter Staat.

Herzlich eure
Turmflüsterin

*Auftraggeber der Studie „Wie tickt die Jugend?“ sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, die Deutschen Kinder- und Jugendstiftungen, die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und die Akademie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Informationen zum Bereich „Glaube und Religion“ finden sich hier.

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