Teil I | 70 Jahre Elisabethschwestern in Aurich

2016-07-27 Schwestern1_1Samstag vor 70 Jahren erhielt Aurich einen Konvent der Schwestern von der Heiligen Elisabeth. Dieses Jubiläum feiert die Pfarreiengemeinschaft mit Festmesse und Beisammensein im Bonihaus.

70 Jahre – dass der Konvent heute noch in Aurich wichtige Aufgaben erfüllen kann, ist keinesfalls selbstverständlich. Er stand schon einmal vor der Auflösung. Bis Samstag beleuchten wir in einer kleinen Serie die Geschichte der Kongregation der Schwestern von der Heiligen Elisabeth, die Geschichte des Auricher Konvents und die Bedeutung der Schwestern heute, die allen in der Gemeinde sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Geschichte von Kongregation und Konvent hat Gemeindemitglied Manfred-Franz Albrecht zum Kirchweih-Jubiläum 1999 kenntnisreich, aufwendig und detailreich zusammengetragen. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen wir seinen Text aus der Jubiläumsfestschrift mit einigen Aktualisierungen.

TEIL I

Schwesternstation

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Mutter Clara Wolff (Porträt nach einem Foto gemalt), aus: „Geschichte der Kongregation der Schwestern von der Heiligen Elisabeth, 1842 – 1992“.

Seit dem 30. Juli 1946 ist eine Niederlassung der Schwestern von der hl. Elisabeth in Aurich. Seitdem haben 24 Schwestern ihren mühevollen Dienst am Nächsten verrichtet. Heute besteht der Konvent aus drei Schwestern, die der Ordensprovinz in Reinbek bei Hamburg angehören.

Geschichte der Kongregation der Schwestern von der hl. Elisabeth

Die Entstehung der Schwesterngemeinschaft geht auf Clara Wolff zurück, die 1842 im schlesischen Neiße die Initiative zur ambulanten Krankenpflege ergriff und begann, sich um bedürftige Patienten in deren Wohnungen zu kümmern. Ihr schlossen sich bald drei weitere Frauen an: die Geschwister Mathilde und Maria Merkert sowie Franziska Werner. Am 27. September 1842 stellten die vier Frauen ihre Arbeit unter den Segen der Kirche und schlossen sich zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen. Durch ihre Arbeit und ihren Lebensstil gewann die stetig wachsende Gemeinschaft mit den Jahren das Vertrauen der Kirchenleitung, und der Breslauer Fürstbischof, Herr Heinrich Förster, erkannte ihre Gemeinschaft am 4. September 1859 an. Sie hatte den Namen „St. Elisabeth-Verein“, doch im Volksmund wurden die Schwestern wegen ihres schlichten grauen Habits „Graue Schwestern“ genannt. Die erste Generaloberin war Mutter Maria Merkert (1859-1872).

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Stammhaus der Kongregation in Neisse, erbaut im Auftrag der Ordens-Mitbegründerin und ersten Generaloberin Mutter Maria Merkert 1865.

Im Dänischen Krieg (1864) pflegten die Schwestern verwundete Soldaten auf den Schlachtfeldern. Dadurch erwarben sie solches Ansehen, dass der preußische König Wilhelm I. der Kongregation am 23. Mai 1864 die staatliche Anerkennung erteilte. Die Gemeinschaft wuchs ständig, mehrere Niederlassungen entstanden. Am 26. Januar 1887 bestätigte Papst Leo XII. die Grauen Schwestern in aller Form als kirchliche Kongregation. Die Kongregation hatte den Namen „Graue Schwestern von der hl. Elisabeth“, die Bezeichnung „Grau“ im Namen fiel 1968 weg. Das Mutterhaus wurde 1890 von Neiße nach Breslau verlegt.

Zur ursprünglichen Aufgabe der ambulanten Krankenpflege kamen mit dem Wachsen der Kongregation im Laufe der Zeit weitere Tätigkeitsfelder hinzu: Dienst in Krankenhäusern -in Kriegszeiten in Lazaretten-, Altenheimen, Kindergärten, Unterricht an kath. Schulen sowie vielfältige Dienste in Diasporagemeinden.

Im I. Weltkrieg (1914-1918) wie zuvor in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 arbeiteten die Grauen Schwestern als hochgeschätztes Personal in den Lazaretten. Bereits im ersten Kriegsjahr, 1914, waren 910 Graue Schwestern in den Lazaretten tätig. In ihren eigenen Häusern und in Kriegsküchen teilten die Schwestern Mahlzeiten an die bedürftige Bevölkerung aus. Während des Krieges entwickelte sich die Kinderfürsorge zu einem besonderen Aufgabenfeld; über 1.000 Kinder wurden von den Grauen Schwestern unentgeltlich aufgenommen und betreut.

Fortsetzung folgt.

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Die Schwestern verstehen es zu feiern: im Bild eine Grillfete zu einem Jubiläumsgeburtstag von Schwester M. Magdalena (die übrigens am kommenden Samstag „wieder“ Geburtstag hat).

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