Spirituelle Erfahrungen gingen mit

2016-12-01-freyland1_1Ein Abend gespickt mit Informationen bot Dr. Max Freyland im Bonihaus. Er zeichnete die Erfahrungen einer Fußpilgerreise nach, die er und seine Frau Uschi zwischen 2011 und 2015 nach Jerusalem zurückgelegt hatten.

Max Freyland hatte viele Bilder mitgebracht, die beredt Zeugnis von dem ablegten, was den beiden unterwegs begegnet war. Freyland hatte seinen Vortrag nach „Sachgebieten“ geordnet und damit einen eher praktischen Zugang gewählt.

Er berichtete über das Pilgern und seine guten Begleiterscheinungen. Das Leben entschleunigt sich. Zwischen den gewöhnlichen Alltag und den Pilgeralltag legt sich eine zeitliche und räumliche Distanz. Spirituelle Erfahrungen gehen mit.

Max Freyland stellte die großen europäischen Pilgerwege vor und ging bis zu den Kreuzzügen zurück. Die Teilnehmer waren damals auf ähnlichen Pfaden ins Heilige Land gezogen.

Die Freylands suchten und wählten für eine größere Etappe allerdings eine abweichende Route. Sie mieden die syrischen Kriegsgebiete, kamen ins südtürkische Tarsus, den Geburtsort des Apolstels Paulus, setzten mit einer kleinen Fähre nach Zypern und von dort mit einem Flugzeug nach Tel Aviv über.

Über 50 Gäste hörten den Vortrag von Dr. Max Freyland.

Über 50 Gäste hörten den Vortrag von Dr. Max Freyland – über seine Erfahrungen als Pilger.

Max Freyland sprach über das Wetter und das irische Segenslied, das sie begleitete: „Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein…“ Immer habe das nicht funktioniert, obwohl sie jeweils zeitig im noch kühlen Frühjahr begonnen hätten.

Bei 41 Grad fehlte dann manchmal der erfrischende Schatten. Die Rucksäcke thronten auf klitschnassen Shirts. Vier bis fünf Liter Wasser pro Tag füllten die Körperreserven auf ( und abends manchmal ein kühles Bier).

Die immer wärmer werdenden Flaschen zählten ebenso zum Gepäck wie die Rücksäcke – zwischen knapp neun und zehn Kilogramm schwer.

Immer beeindruckend waren die Begegnungen mit anderen Menschen. Die Freylands machten fast ausschließlich gute Erfahrungen, kehrten nach durchschnittlich 23 Kilometern Tageswegstrecke oft in Privathaushalten oder kleinen Herbergen ein und wurden von dort durch Bewohner bzw. Betreiber telefonisch an andere „weitergereicht“.

Das klappte nicht immer. Dann sah die Nacht sie unter freiem Himmel.

Sie lernten Menschen kennen, die ihnen nie begegnet wären, hätten sie die Länder als Normal-Touristen bereist. Immer wieder bekamen sie nützliche Hinweise mit auf den Weg, wo sie unbedingt vorbeischauen sollten (die durchreisten Länder sind teils voll mit antiken römischen und griechischen Baudenkmälern).

Die einzelnen Etappen wurden mit Wegstempeln in Pilgerkalendern dokumentiert und belegen den Weg.

Die einzelnen Etappen wurden mit Wegstempeln in Pilgerkalendern dokumentiert und belegen die Reise.

Sie begegneten auch anderen Wesen, hielten Chamäleons auf ihren Händen, hörten bis ins Morgengrauen Froschgesang und immer mal wieder die Trommelorgane von Zikaden, begrüßten Schlangen, hielten sich auf ihrem Weg über Weiden von mächtigen Bullen fern und ließen sich von friedlichen Kühen begleiten.

Gottes wunderbare Schöpfung bereicherte sie allenthalben und inspirierte Max Freyland, der auch den Kreuzweg in der St.-Ludgerus-Kirche geschaffen hat, zu beeindruckend schönen Skizzen und Aquarellen.

Die Pilgernachweise - beeindruckende Dokumente einer langen Reise.

Die Pilgernachweise – beeindruckende Dokumente einer langen Reise.

Sie pilgerten von Tel Aviv nach Nazareth, den Ort der Verkündigung, und gingen von dort aus durch Täler, die auch Jesus 2000 Jahre zuvor genutzt haben muss, um an den See Genezareth nach Tabgha, den Ort der Brotvermehrung, nach Kafarnaum oder Tiberias zu kommen.

Am 10. Juni 2015 standen Max und Uschi Freyland vor dem Jaffator nahe der Altstadt von Jerusalem. Zehn Monate waren sie zu Fuß unterwegs gewesen. Und noch ein Stückchen gingen sie weiter, hinauf auf den Berg Zion mit seiner Dormitio-Abtei.

Max und Uschi Freyland vor dem Jaffator in Jerusalem.

Max und Uschi Freyland vor dem Jaffator in Jerusalem.

Sie hatten es geschafft und waren von A wie Aurich bis Z wie Zion gekommen. Sie waren am Ziel.

Gesprächsbedarf nach dem Vortrag.

Gesprächsbedarf nach dem Vortrag.

Max und Uschi Freyland mit Pfarrer Johannes Ehrenbrink, der den Referenten begrüßt hatte, und Pastor Carl B. Hack.

Max und Uschi Freyland mit Pfarrer Johannes Ehrenbrink, der den Referenten begrüßt hatte, und Pastor Carl B. Hack (rechts im Bild Brigitte Hesse).

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