Averkamp, Dr. Ludwig | Erzbischof †

Erster Niederrhein-Bischof | * 1927 | Priesterweihe 1954 |
Bischofsweihe 1973 | † 2013

averkamp-ludwig-2Erzbischof em. Dr. Ludwig Averkamp 2007 bei der Wallfahrtseröffnung in Kevelaer. Rechts: Wallfahrtsrektor Dr. Stefan Zekorn, heute Weihbischof in Münster.
Foto: Delia Evers

Ludwig Averkamp wurde 1987 Bischof von Osnabrück und 1994 Erzbischof von Hamburg. Mit 75 Jahren emeritierte der Erzbischof von Hamburg im Jahr 2002. Dort ist Ludwig Averkamp am 29. Juli 2013 im Alter von 86 Jahren gestorben.

In Hamburg hatte sich Averkamp als pragmatisch denkender Oberhirte, der stets mit Herzlichkeit auf die Menschen zuging, schnell einen Namen gemacht. Im maritimen Sprachgebrauch bezeichnete er sich wiederholt als einen erfahrenen, schon älteren „Lotsen“, der das Schiff des Erzbistums aus dem Hafen heraus in ruhiges Fahrwasser manövrieren wolle: „Unser Schiff nimmt jetzt langsam Spur und Fahrt auf“, sagte er einmal. Der Münsterländer war als Erzbischof von Hamburg unermüdlich in der weiten Diözese des Heiligen Ansgar unterwegs – von Flensburg bis Hamburg und Ostfriesland bis Neubrandenburg. Das Zusammenwachsen des neu gegründeten Nordbistums werde wohl eine ganze Generation in Anspruch nehmen, meinte Averkamp.

Bistumsgeschichte hatte er schon lange vor seiner Hamburger Zeit geschrieben: Nachdem 1973 die von Bischof Heinrich Tenhumberg veranlasste Regionalisierung des Bistums Münster vollzogen worden war, übernahmen neue Weihbischöfe die drei (später fünf) Regionalteile: Ludwig Averkamp den niederrheinischen, Reinhard Lettmann den westfälischen und Freiherr von Twickel den niedersächsischen Teil.

1986 bat der Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler den Papst um Unterstützung: Er wollte wegen seiner angegriffenen Gesundheit in der Bistumsleistung durch einen so genannten Koadjutor entlastet werden. Der Papst sandte Averkamp, der im Februar nach Osnabrück zog. Zugleich wurde er Ehrendomkapitular am münsterschen Dom.

Koadjutoren folgen dem Ortsbischof, dem sie zur Seite stehen, ohne weitere Wahl. Als Wittler am 9. September 1987 von der Leitung des Bistums Osnabrück zurücktrat, wurde Averkamp sein Nachfolger. Er blieb es bis zum 6. Januar 1995. Dann folgte er dem Ruf, erster Erzbischof des neu gegründeten Erzbistums Hamburg zu werden. Ende 2002 ließ er sich emeritieren. An den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag seiner Bischofsweihe Ende Februar in Münster 2013 konnte Averkamp aus gesundheitlichen Gründen bereits nicht mehr teilnehmen. Er hatte zwei Schlaganfälle erlitten, die ihn sehr einschränkten.

kirchensite.de zitierte die Deutsche Bischofskonferenz, die Averkamp als engagierten Seelsorger und Bischof für den Norden bezeichnet habe. „Mit dem Tod von Erzbischof em. Ludwig Averkamp verlässt uns eine prägende Persönlichkeit des deutschen Episkopats“, schrieb der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in einem Beileidsbrief. Er würdigte die „langjährigen und engagierten Verdienste“ des Verstorbenen, die er in seiner „humorvollen und in den Debatten von tiefem Ernst geprägten Art“ eingebracht habe. Averkamp sei es mit seiner offenen und herzlichen Art innerhalb kürzester Zeit gelungen, in dem großen Erzbistum den Katholiken eine geistliche Heimat zu geben.

Averkamps Nachfolger in Osnabrück, Bischof Franz-Josef Bode, würdigte den Erzbischof als guten Hirten, hervorragenden Vorgänger und Mitbruder. Der Tod Averkamps „schmerzt uns alle im Bistum Osnabrück und mich persönlich tief“, erklärte Bode. Averkamp habe sein Bistum mit Klugheit, Stetigkeit, tiefer Frömmigkeit, großer Gewissenhaftigkeit und Bodenständigkeit geleitet: „Wir alle danken ihm von Herzen. Sein Andenken werden wir wach und lebendig halten.“

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