Bibelkreis Neustadtgödens in Tidofeld

Neben den monatlichen Treffen zu Bibelgesprächen und einem lockeren Austausch trifft sich der Bibelkreis Neustadtgödens einmal im Jahr zu einem Ausflug. In der letzten Woche ging es nach Tidofeld.

Während des zweiten Weltkriegs diente ein großes Areal in Tidofeld bei Norden der Kriegsmarine, den Seeestreitkräften der deutschen Wehrmacht, als Ausbildungs- und Durchgangslager. Nach dem Krieg wurde es von der Stadt Norden als Auffanglager der vielen Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten genutzt. Ende der 50er Jahre wohnten auf diesem Gelände bis zu 6000 Personen in oftmals menschenunwürdigen Verhältnissen. Die spannende Führung erzählte von den Entwicklungen des kleinen „Dorfes“ und vom Bau der Gnadenkirche, die bis zum Jahre 2006 als evangelisch-lutherische Kirche für alle Konfessionen und Religionen ein Stück Heimat im sonst so fremden und unsicheren Leben bot. Nun ist in der Kirche das Dokumentationszentrum mit vielen Ausstellungsstücken untergebracht.

Eine große Schautafel zeigt das Lager von oben. Viele kleine Kaufmannsläden, ein Tanzsaal, ein Friseur und ein Schlachter sind dort zu erkennen. Im Hintergrund des Bildes befindet sich das alte Kreuz der Gnadenkirche.

Hoch interessante Zeitzeugeninterviews erzählten von den damaligen Zuständen. Einige Damen des Kreises, die selbst aus Schlesien kamen, erzählten von Verwandten und Bekannten, die ebenfalls in dem Lager unterkamen.

Die Dokumentationsstätte ist ein Ziel, das auch mit Berichten von Flüchtlingen aus der heutigen Zeit schwer zum Nachdenken anregt.

Im Anschluss wurde der Gruppe ein exzellentes Hotelrestaurant empfohlen, in das sie mit Freuden zum Buffet einkehrte.

Text und Fotos: Markus Husen

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