2018-12-29 | Bischof gegen ,Trumpismus der Reden‘

Bischof Bode hat eine spannende Weihnachtspredigt gehalten. Er sprach in dichten und fast poetisch-kurzen Sätzen gegen den ,Trumpismus der Reden‘, „der heute etwas anpreist und morgen wieder verwirft“.

Dr. Franz-Josef Bode bat am ersten Weihnachtstag im Osnabrücker Dom: „Lassen wir uns ermutigen von dem echten großen Wort Gottes, das trotz aller Vergehen von Menschen in Kirche und Gesellschaft niemals vergehen wird.“

Seine Predigt brachte Klarheit und Trost. Er verschwieg das Versagen der Kirche und eigene Fehler nicht.

„Gerade in diesen Zeiten der Erschütterungen über die Verfehlungen, Vergehen, ja Verbrechen von kirchlichen Personen verbietet es sich für die Braut des menschgewordenen Gottes [für die Kirche] um so mehr, sich in Macht und Herrlichkeit, in großen Worten und klerikalem Gehabe der Wirklichkeit der Menschen bemächtigen zu wollen. Kirche kann in Demut nur der Hinweis auf das Licht sein; sie ist nicht selbst das Licht.“

Sie ist nicht selbst das Licht…

Klerikales Gehabe…

Sich der Wirklichkeit der Menschen bemächtigen wollen…

Da sprach einer – bei seinem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit seit langem – selbst in Demut. Über zehn Monate war Bode krank gewesen.

Zu Beginn des Weihnachtsgottesdienstes ging er auf die kürzlich bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in seinem eigenen Bistum ein. Ein heute 85-jähriger Priester hatte über drei Jahrzehnte nach bisherigen Kenntnissen mehrere Kinder sexuell missbraucht.

Bode sagte bewegt: „In diesem … Geschehen hat es ernste Versäumnisse und Fehler auf Seiten des Bistums gegeben. Nach seiner Pensionierung ist der Priester sogar zum zeitweiligen Leiter der Pfarrei und zum unterstützenden Priester ernannt worden – von mir unterschrieben.“

Er sei sich dessen schmerzhaft bewusst und bitte um Vergebung und Entschuldigung.

Zugleich versicherte er, „dass wir den Dingen an der Seite der Opfer weiter nachgehen, dass wir Hilfen suchen und Konsequenzen ziehen werden.“

In dieser Finsternis erfahre er noch tiefer, für welche Welt Gott Mensch geworden sei.

Seine Weihnachtspredigt schloss Bode mit Hinweis auf das wahre Licht mit der weihnachtlichen „Botschaft von Gott, der die Größe hat, sich klein zu machen, um die Kleinen groß zu machen.“

Diese Botschaft ist wirklich ein Trost und wirklich eine Hoffnung.

Herzlich eure
Turmflüsterin

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