24.03.16 | Bleibet hier, wachet mit mir

Dieses Lied, das oft im Zusammenhang mit der Jugend-Pilgerstätte in Taize gesungen wird, war gestern Abend Programm. In all unserern vier Gemeinden haben viele Christen zum letzten Mal vor der Osternacht das Abendmahl gefeiert und vor dem Leib Christi, dem gewandelten Brot, Wache gehalten. Stille kehrte ein.

Die Glocken verstummten, das Orgelspiel verklang, der Tabernakel steht leer. Alle Zeichen stehen auf Karfreitag. So müssen sich die Jünger Jesu gefühlt haben, als sie mit Jesus auf dem Ölberg Wache hielten und ab und zu eingeschlafen sind. Eine nur allzu menschliche Reaktion.

Heute gedenken wir der Kreuzigung eines Menschen, von dem die Rettung und Erlösung der Welt erwartet wurde. Ein Auserwählter, dem alle bei seinem Einzug in Jerusalem zugejubelt haben. Nun ist er auf den Wunsch der Bevölkerung zum Tode verurteilt worden.

Heute um 15:00Uhr wird in allen Gemeinden die Feier vom Leiden und Sterben Christi stattfinden. Hier wird noch spürbarer deutlich, was passiert ist. Denn wir werden durch die Stille, die Einzug hält, durch den Priester, der ausgestreckt auf dem Boden verharrt und betet, die Lesungen, die Passion nach Johannes, die großen Fürbitten, Kreuzverehrung und Kommunionfeier unmittelbar Zeugen des Geschehens.

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe. Das Kreuz ist noch ganz gegenwärtig.

Doch in der Nacht zu Sonntag wird die Welt mitten in der Dunkelheit hell werden.

Herzlich

Euer Turmflüsterer

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