„Die Kirche erreicht viel über die Caritas“

2016-05-06 Gremienabend1_1Von Delia Evers | Gut zwei Dutzend Mitglieder aus den Gremien von Neuauwiewitt kamen Freitagabend zu einem „Arbeitsessen“ mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode zusammen. Im Bonihaus entspann sich ein gutes Gespräch.

Es begann schon munter: Alle Anwesenden stellten sich kurz vor. Allein diese Mini-Präsentation machte deutlich, wie lebendig unsere Pfarreiengemeinschaft unterwegs ist – und wie unterhaltsam. Der Wittmunter Udo Angele erklärte bei seiner Vorstellung, er sei für alle Wechselfälle des Lebens zur Stelle, auch wenn mal irgendwo eine Schraube locker sitze. Dabei nahm er seinen „Chef“, Pastor Carl Borromäus Hack, in den Blick. Bode, der CBH gegenübersaß, nahm den Ball lächelnd auf: Es komme darauf an, wo die Schraube locker sitze. Da war natürlich niemand im Bonisaal, der jetzt noch auf CBH gekommen wäre. Der lachte gutmütig.

Steffi Holle hatte eine Präsentation vorbereitet, die die vielfältigen Aufgaben und Aktionen in Neuauwiewitt anschaulich ins Bild brachte und zugleich deutlich machte, dass auch der Bischof gut vorbereitet war. Als Steffi einräumte, sie könne nicht genau auf den Punkt sagen, wie viele Katholiken in St. Ludgerus registriert seien, half Bode sofort aus: 4352.

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Steffi Holle bei ihrer Präsentation, vorn links Bischof Bode.

Der Bischof berichtete von seiner eigenen Arbeit, seinen Sorgen, Anschauungen und Hoffnungen, erzählte ausführlich von der Nacharbeit zur Bischofssynode über „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ und die Ergebnisse der deutschsprachigen Arbeitsgruppe.

Themen, die Katholiken in Deutschland bewegten, seien nicht unbedingt Themen, die in anderen Ländern mit ganz anderen Traditionen und Gesellschaftsformen oder mit Verfolgung und Krieg von Belang seien.

Es könne bei allen Diskussionen nur darum gehen, „die Welt in ihrer ganzen Vielheit immer mitzudenken“. Papst Franziskus habe deutlich gemacht, dass es kein Dogma und keine Wahrheit gebe, die auf jeden Einzelfall anzuwenden sei. Bode sagte, die deutschsprachigen Bischöfe hätten das als eine gewisse Bestätigung und Ermächtigung gesehen, ihren Weg behutsam weiterzugehen.

Bode wünschte sich, „dass der Papst noch viel Zeit hat, die Dinge weiterzuführen“ und Wege der Barmherzigkeit zu beschreiten.

Der Bischof sprach über die Situation der Kirche in unserer säkularen Welt, beschönigte die Entwicklung nicht und machte dennoch Hoffnung. Es sei eine wichtige Aufgabe, in den Gemeinden viele Kräfte zu finden und zu befähigen, vom Glauben so zu reden, dass sie andere ermutigen und stärken könnten. Darauf müsse auch die Ausbildung der Priester und pastoralen Mitarbeiter ausgerichtet werden.

Bode lobte die Arbeit in Neuauwiewitt, wo Caritas und Pastoral eng verknüpft seien. „Die Kirche erreicht viel über die Caritas, auch wenn viele das gar nicht in Verbindung bringen.“ Die Caritas trage sehr zur Glaubwürdigkeit von Kirche bei und pflege u.a. die „leiblichen Formen der Barmherzigkeit“.

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Sie folgten den Ausführungen von Bischof Bode.

Durch nötige Fusionen seien viele Pfarreien so sehr mit der Sicherung ihrer Gemeinden beschäftigt gewesen, dass sie darüber die Caritas vergessen hätten.

Bode betonte, dass der Weg in Neuauwiewitt mit vier selbstständigen Gemeinden im Verbund richtig sei. Steffi hatte in ihrem Vortrag schon deutlich gemacht, wie intensiv verknüpft die Vier trotz der großen Entfernungen zusammenarbeiten.

Uli Kötting bedankte sich für die Gremien bei Franz-Josef Bode für seine Beiträge. „Hier haben wohl alle den Eindruck, dass wir bei Ihnen gut aufgehoben sind.“

Johannes Ehrenbrink sagte, auch er sei froh, sich „mit dem Bischof auf einer Linie“ zu wissen.

Zum Abschluss sprachen alle Gremienmitglieder gemeinsam ein Segensgebet für den Bischof. Er bedankte sich gerührt.

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