Einkaufen: ein Quell netter Geschichten

Viele nette Erlebnisse hat Ulla Koehl im Supermarkt gehabt. Jetzt schickte sie der Redaktion einen „Erfahrungsbericht“. Denn Ulla meint, in schweren Zeiten dürfen auch Humor und Freude nicht fehlen. Auf denn!

Ulla schreibt:

Seit einiger Zeit bin ich als „Einkaufstante“ für andere Menschen unterwegs. Da erlebt man einiges. Bewaffnet mit verschiedenen Einkaufszetteln geht es los. Ich fahre immer zum Supermarkt in meiner Nähe. Zuerst hole ich mir einen Wagen. Das ist gar nicht so einfach, da dies gleich einige wollen und jeder dem anderen den Vortritt lassen will. Man lächelt sich an, mit Abstand – und siehe da, es funktioniert.

Ich drehe im Geschäft meine Runde und stoße fast mit jemandem zusammen, der gedankenverloren durch die Gänge schiebt. Man lächelt sich an – und siehe da, es funktioniert.

Vor einem Kühlregal steht ein Vater mit seiner Tochter. Scheint etwas zu dauern… Die Tochter schaut mich an, und ich lächle zurück. Daraufhin tippt sie ihren Vater an und will ihn weiterziehen. Er reagiert nicht. Sie schaut mich mit dem Peinliche-Eltern-Blick an, und ich muss grinsen. Wie im Kino.

Bald stehe ich selbst vor einem Regal und finde das gewünschte Produkt nicht. Eine Mitarbeiterin spricht mich an, ob sie helfen kann. Ich stehe genau davor. Wir müssen beide lachen.

Alle sind freundlich und hilfsbereit. Hier stimmt das Sprichwort: Wie der Herr, so´s Gescherr. Der Inhaber jedenfalls ist immer freundlich und strahlt Ruhe aus. Es ist kaum jemand hektisch, alle halten sich an die Regeln.

Mittlerweile ist das Einkaufen mit den verschiedenen Zetteln schon fast Routine.
Einmal fragt die Verkäuferin an der Käse- und Wursttheke: „Und was kommt in die erste Tüte?“ Ich schaue sie verblüfft an, und sie sagt, was ihr längst aufgefallen ist: „Sie kommen doch immer mit verschiedenen Zetteln!“ Als wäre dies das Selbstverständlichste auf der Welt…

An der Kasse sortiere ich meine Einkäufe aufs Förderband, damit nicht alle durcheinander geraten. Zuerst schaut mich die Kassiererin komisch an, bis sie meine Zettel-Sammlung sieht. Automatisch macht sie Zwischenrechnungen. Ich bedanke mich: „Das ist toll!“ Wir lächeln, und ich bringe meine Schätze unter die Leute. Eine Tüte dahin, eine dahin.

Ulla Koehl (Bildmitte, zeigt Richtung Wand) während der Küstenwallfahrt 2019 in Kevelaer u.a. mit Marlies Weinmann (ganz l.), Ina Fenger (2.v.l.), Gisela Klein (gebückt davor) und Anneliese Pohl (2.v.r.).

An einem Einkaufstag steht auch Mineralwasser auf dem Programm. Ich frage, ob mir jemand helfen kann, die Kästen zu schleppen. Aber ja doch! Ein junger Mann bringt mir die Fracht zum Wagen und sagt schon von weitem: „Das da ist bestimmt Ihr Auto.“ Ich schaue ihn ziemlich blöd an. Er sagt lachend: „Passt zu Ihnen!“

Ein andermal stehen auf meinen Einkaufslisten wieder Wasserkästen; wieder bitte ich um Hilfe; und wieder bekomme ich sie. Zwei Mitarbeiter werden aktiv. Ich versichere ihnen meine Freude darüber, dass gleich zwei junge Männer hinter mir herlaufen. Die beiden lassen vor Lachen fast die Kästen fallen.

Für mich ist das Einkaufen immer ein Quell netter Geschichten.

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