Firmung: Gottes Selfie auf Erden

In drei Gottesdiensten firmte Generalvikar Theo Paul 40 junge Menschen aus unserer Pfarreiengemeinschaft Neuauwiewitt und lieferte ihnen in der Predigt ein besonderes Selfie.

Sie feierten mit Eltern, Geschwistern, weiteren Familienangehörigen und Freunden festlich die Heilige Messe.

Kurz vor dem Gottesdienst in Aurich trommelte Katechetin Stefanie Holle noch mal eben alle Firmanwärterinnen und Firmanwärter ins Bonihaus. Dort kam es zu einer kleinen Amtsanmaßung: Denn Steffi wollte den Paten zeigen, was sie während der Firmung zu tun hätten.

„So!“, sagte sie munter, „ich bin jetzt mal eben der Generalvikar“ (Theo Paul hätte Steffi garantiert echte Assistenzqualitäten zugesprochen). Sie legte exemplarisch Fabio ihre Hände auf’s Haupt, sprach die Segensformel und bat Fabios Paten, seine Rechte auf die Schulter seines Schützlings zu legen.

Steffi Holle übt Generalvikar, pardon: den Firmablauf.

Das klappte perfekt. Alle schauten hin, so lief auch später während der Firmung alles gut (zwei Paten merkten allerdings leicht verspätet, dass ihr Einsatz bevor stand; sie spurteten aus den Bänken hinter ihre Firmlinge und waren noch rechtzeitig zur Stelle).

Locker und zugleich ein bisschen angespannt: Die Firmanwärter und ihre Paten begeben sich bei schönstem Frühlingswetter zur Heiligen Messe in die Kirche.

Steffi Holle begrüßte die Gemeinde im Namen des Katechetenteams aus Wiesmoor, Wittmund und Aurich zum Firmgottesdienst. Gemeinsam, so berichtete sie, hatten sich auch die Firmlinge aus den drei Gemeinden auf den Weg der Vorbereitung gemacht. „Wir haben diskutiert, gebetet und Zeiten der Stille und zum Nachdenken gehabt.“

Sie gab die Erfahrung des Katechetenteams weiter: „Eure Offenheit, eure Ehrlichkeit, eurer kritisches Anfragen, euer Engagement, euer Gemeinschaftsgeist und eure Spiritualität haben uns begeistert und immer wieder aufs Neue motiviert, euch auf eurem Glaubens- und Lebensweg ein Stück zu begleiten.“

Das Katechetenteam von St. Ludgerus Aurich: v.l. Norbert Sautmann, Maria Dellwisch, Stefanie Holle, Ulrike Schär, Frank Buchholz und Markus Husen.

Obwohl alle sehr unterschiedlich seien, brächten sie doch eine beeindruckende christliche Grundhaltung mit, die in ihrem Leben Platz habe. Das merke man z.B. an ihrem Umgang untereinander. „Versucht, das beizubehalten! Ihr seid starke und tolle Persönlichkeiten!“

Vier Jugendliche trugen zu den Themen Gott, Vergebung, Hoffnung und Liebe ihre eigenen, tiefgründigen Gedanken vor (sie sind zum Nachlesen hier hinterlegt).

„Du bist der Schöpfer des Universums“, sang der KjE-Chor und begeisterte schon mit seinem ersten Beitrag die Festgemeinde.

Ein Teil des KjE-Chors: Nach der Heiligen Messe gab es Rosen für besten Gesang.

Generalvikar Theo Paul überraschte die Gläubigen in seiner Predigt mit einem gewagten und starken Bild. Er erzählte von der Freude, einen Prominenten für ein Selfie aufs eigene Handy zu bekommen („Ich selbst bin bei soetwas stark qualifizierungsbedürftig“). Dann sagte er: „Auch Gott schenkt uns sein Selfie, damit wir sehen, wie er ist. Gottes Selfie ist Jesus. Ihr ahnt es schon. Er ist Gottes Selfie auf Erden.“

Jesus habe gesagt: „Wer mich sieht, sieht den Vater im Himmel.“ Und bei der Taufe Jesu im Jordan habe sich der Himmel geöffnet zum Gottes-Satz: „Du bist mein geliebter Sohn.“

Auch die Firmanwärterinnen und Firmanwärter seien die geliebten Töchter und Söhne Gottes. Denn auch sie seien Abbilder Gottes. Sie seien zum Ewigen Leben bestimmt und nicht zum Dasein einer Eintagsfliege, die komme und vergehe. „Auch in unserem Gesicht zeigt Gott sein Gesicht und sagt uns zu: ‚Du bist gewollt, und du bist geliebt‘.“

Alle Menschen seien sehr verschieden gemacht. Es gebe nur Originale und keine einzige billige Kopie. Damit sei jede und jeder vor Gott und den Menschen ein ganz besonderer Schatz.

Er ermunterte die Jugendlichen, „euer Leben zu gestalten im Vertrauen auf Gottes Geist“. Theo Paul erklärte die sieben Gnadengaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Rat, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Erkenntnis, Einsicht und Stärke.

„Komm, Heilger Geist“, rief die Gemeinde. Die Firmlinge wiederholten – nun in eigener Verantwortung – laut und vernehmlich das Taufbekenntnis. Die Gemeinde tat es ihnen mit dem Lied „Fest soll mein Taufbund…“ gleich.

Sie zelebrierten den Gottesdienst: nach dem Schlusssegen am Altar v.l. Pastor Carl Borromäus Hack, Generalvikar Theo Paul (der herzliche Grüße vom erkrankten Bischof Dr. Franz-Josef Bode überbrachte) und Pfarrer Johannes Ehrenbrink.

Zur Firmung rief Theo Paul jeden Firmling deutlich bei seinem Namen, zeichnete mit Chrisam ein Kreuz auf seine Stirn und sagte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

„Amen!“, antworteten die Jugendlichen, bestärkt durch die „Rückendeckung“ ihrer Paten. Lange legte der Zelebrant jedem Firmling seine Hände auf, bat um Herabkunft des Heiligen Geistes und um Vermittlung Seiner Gnadengaben. Dann sagte Theo Paul zu jedem Jugendlichen: „Der Friede sei mit dir.“

„Freedom is coming“, sang der KjE-Chor. Theo Paul sah schmunzelnd vom Altar her, wie sich gefühlt die „halbe Kirche“ im mitreißenden Rhythmus zu bewegen begann, und mancher wünschte sich eine CD mit Lied-Einspielungen der jungen Sängerinnen und Sänger herbei. Prompt gab es „Szenenapplaus“.

Die frisch gefirmten Mädchen und Jungen trugen die Fürbitten vor. Die Gemeinde antwortete: „Sende aus deinen Geist…“ und sandte damit die jungen Menschen selbst ein Stückweit in die Welt, um deren Antlitz zu erneuern.

Gemeinsam feierten alle die Eucharistie und vergewissterten sich so noch einmal der Gegenwart Christi.

Justinus Blaszczyk gratulierte den frisch Gefirmten im Namen der ganzen Gemeinde, dankte ihnen und besonders auch dem Katechetenteam für die beeindruckende Hinführung.

Maria lächelt – unter ihr das Kreuz, das die Firmanwärter während ihrer Vorbereitung selbst gestaltet hatten.

Steffi Holle bereitete eine kleine Geschenk-Übergabe an die Firmlinge vor. Die hätten, behauptete Steffi, aus alten Kirchen kleine Kreuze geschnitzt. Sie lachte selbst am herzhaftesten. Denn ganz so aufwendig war die Prozedur doch nicht gewesen. Die Kreuze waren aus alten Kirchenbänken entstanden und mit den Namen der Firmlinge versehen.

Nach dem Schlusslied „Komm, Herr, segne uns“, kraftvoll und festlich auf der Orgel von Martje Laubrock begleitet, strömten die Menschen ins Bonihaus zum Empfang.

Persönliche Gratulation nach der Firmung.

Das Katechetenteam verteilt Rosen, Kreuze und Urkunden.

Da war für einen „geordneten“ Auszug kaum noch Platz. Die drei Geistlichen zogen am Altar – mit dem von den Firmlingen gestalteten Altartuch – vorbei in die Sakristei.

… und kamen zum Gruppenfoto mit Firmlingen und Katechetenteam wieder hervor.

Froh und entspannt nach der Feier.

Dann durfte nach Herzenslust fotografiert werden.

Volles Haus zum Empfang.

Theo Paul im Gespräch mit Katechetin Ulrike Schär und Helferin Elisabeth Funke.

Theo Paul war auch dabei. Eine ganze Zeit lang schwatzte er mit diesem und jener. Dann stellte er sich in den Kücheneingang, wo allerhand fleißige Hände am Werk waren, und fragte: „Kann ich noch helfen?“

Sekunden später hatte er ein Küchenhandtuch im Griff. Er brachte dem Geschirr Hochglanz bei.

Text und Fotos (Aurich): Delia Evers

Hochglanz in der Küche: Der General trocknet ab. Marlies Weinmann freut sich. Gertrud Schweer-Dust (r.) spült.

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