Gottvaters Problem in Misereor-Ausstellung

Anderthalb Jahre lang ist Brigitte Hesse dran geblieben: Sie wollte die Misereor-Ausstellung „Glänzende Aussichten“ im Dekanat Ostfriesland haben. Jetzt ist sie da. Heute, Donnerstag, 4. Mai, wurde sie eröffnet.

Brigitte Hesse führte in Aurich und in Wittmund kenntnisreich, kurz, bündig und spannend ins Thema der Karikaturen zu Klima, Konsum und Katastrophen ein.

Eine Karikatur nimmt mit spitzer Zeichenfeder gesellschaftliche und politische Verhältnisse aufs Korn. Sie ist bildgewordene Satire.

Das Wort Karikatur, so erläuterte Brigitte Hesse, leitet sich vom lateinischen Wort carrus ab – von Karren, Überladung oder Übertreibung. Die Karikatur überzeichne Sachverhalte oder Merkmale von Personen. Brigitte Hesse: „Sie stellt bloß oder macht lächerlich.“

Manchmal könnten wir uns selbst ein Stückweit darin erkennen.

Dann stellten sich bohrende Fragen: Wie leben wir?  Was verbrauchen wir? Was lösen wir mit unserem Verhalten aus?

Brigitte Hesse (3.v.l.) eröffnete die Ausstellung. Mit im Bild v.l. Elsbeth Antony, Eva-Maria Decking und Elisabeth Funke.

Bürgermeister Heinz-Werner Windhorst schrieb gute Gedanken in das ausliegende Gästebuch. Er fand, dass die Ausstellung in der Kirche gut untergebracht sei.

Bei einem kleinen Sektempfang nach der Eröffnung in der Sakristei schauten sich Teilnehmer einige Karikaturen der Misereor-Ausstellung auf Karten und im sehr guten Ausstellungskatalog (fünf Euro) aus der Nähe an: v.l. Brigitte Hesse, Schwester M. Claudia, Hildegard Lüken, Monika Wilbers und Pastor i.R. Hartmut Schneider.

Gerade Klima, Konsum und Katastrophen seien hochkomplexe Themen, die oft kaum noch verständlich darzustellen seien. Es gebe zu viele widerstreitende Meinungen und Thesen. Da könnten Karikaturen einen unmittelbaren Zugang schaffen.

In den Bildern geht es um unser ganz persönliches Verhalten in der Einen Welt, das einer Betrachtung und Überprüfung würdig ist.

Marsmännchen, Pinguine und Ökogammler kommen zu Wort und sorgen für Verblüffung. Manchmal möchte man sich die Augen reiben oder lieber wegsehen. Der Weltuntergang scheint nicht mehr weit entfernt zu sein. In einer Arche über endloser Wüste, die einmal ein Wald gewesen sein muss, klemmt eine kleine Menschenfamilie am Bug. Hingedrängt wird sie von einem krabbelnden Haufen mutierter Riesenheuschrecken.

Auf einer anderen Karikatur bekommt Gottvater von einem Engel die niederschmetternde Einstufung einer Rating-Agentur gemeldet. Sie hat das Schöpfungswerk auf Ramschniveau herabgestuft.

Sind wir noch zu retten? Unbedingt. Jeder und jede darf sich von der Ausstellung ein bisschen dabei  helfen lassen. Daher bitte die Karikaturen ansehen, schmunzeln, gern  ein bisschen erschrecken oder wütend werden und nachdenklich nach Hause gehen!

Denn, das machte Brigitte Hesse deutlich, die Karikaturensammlung ist – ganz ohne erhobenen Zeigefinger – durchaus ein christlicher Aufruf zur Umkehr: zum Richtungswechsel.

Zu sehen ist die Ausstellung bis Mitte Juni während der Öffnungszeiten in Neuauwiewitt in St. Ludgerus Aurich und in St. Bonifatius Wittmund.

Kyra Watermann und Brigitte Hesse müssen schmunzeln über „Glänzende Aussichten“.

Karikaturenwand in St. Bonifatius Wittmund.

Sie waren bei der Eröffnung der Ausstellung in Wittmund dabei.

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