Im Requiem ein starkes Glaubenszeugnis

2016-11-10-beerdigung-johannes3_1Johannes Funke war ein Mensch, der wirklich gelebt hat. Was das für ihn bedeutete, wirklich zu leben,  hatte er Pfarrer Johannes Ehrenbrink erzählt. Der griff es während des Requiems auf.

So geriet die Beerdigung von Johannes Funke zu einem Glaubens- und Lebenszeugnis.

Als um Viertel vor Eins am Donnerstagmittag die Glocken von St. Ludgerus zu läuten begannen, war die kleine Kirche längst übervoll besetzt.

Ein letztes Mal war Johannes Funke als Mensch – nun im Sarg vor den Stufen des Altars – mitten unter den Menschen, die ihn über Jahre seines Lebens begleitet hatten – ganz vorn in seiner Nähe Elisabeth mit ihren Söhnen Christian, Florian und Sebastian, den Schwiegertöchtern und den sechs Enkelkindern.

Die Glocken wurden langsamer, leiser, noch einmal ein kleiner Doppelschlag, dann verklangen sie – so wie Herzschlag und Atem von Johannes eine Woche zuvor sacht verstummt waren. In der Kirche war es völlig still.

Johannes Ehrenbrink begrüßte die Trauergemeinde. Er sei dankbar, dass so viele gekommen seien. Diese Verbundenheit werfe einen Strahl auf das Leben von Johannes Funke.

Der Kirchenchor, in dem Johannes so gern mitgesungen hatte, stimmte tröstliche Worte an: „Meine Hoffnung und meine Freude“.

Vor dem Altar stand mitten in der Gemeinde der Sarg mit Johannes Funke. Rechts stand ein schönes Foto, das ihn noch ganz im Leben zeigte. An den Seiten sind Mitglieder des Kirchenchors zu sehen, die den Gottesdienst für ihren Johannes migestalteten.

Mitten in der Gemeinde stand der geschmückte Sarg mit Johannes Funke. Rechts war ein schönes Foto aufgestellt, das ihn noch ganz im Leben zeigte. Am Altar zelebrierte Pfarrer Johannes Ehrenbrink das Requiem. An den Seiten waren die Mitglieder des Kirchenchors, die den Gottesdienst für ihren Johannes mitgestalteten, gleich neben ihm.

Der Pfarrer beschrieb das Leben von Johannes in einer Würdigung nicht nur in Zahlen und Fakten, sondern mit Johannes Funkes Worten. Leben bedeute Gemeinschaft, Engagement, ehrliche Auseinandersetzung, feiern, glauben, sterben und ewig leben.

Glauben – Johannes Funke hinterließ einen Satz, der den tiefsten Kern berührt. Der Pfarrer zitierte ihn:

„Am Ende meines Lebens weiß ich, wo Gott um meine Liebe und Zuneigung gebuhlt hat. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da Gott mir ganz nahe war. Mich hat das umso mehr gewundert, da Gott nicht auf die Winzigkeit meiner Existenz angewiesen sein kann, und dennoch habe ich gespürt, mit welcher Eifersucht er über mein Leben gewacht hat.

Er hat mich mein Leben lang mit Menschen zusammengebracht, die mich positiv beeinflusst haben, die mein Glück und meine Zufriedenheit garantierten. Diesen Menschen möchte ich heute in besonderer Weise danken. Ich erkenne Fehler. Alle, denen ich weh getan habe, bitte ich um Verzeihung.“

Über das Sterben sagte Johannes Funke:

„Dass ich bis kurz vor meinem Tod, wenn die Schmerzen es zuließen, immer optimistisch und gut drauf war, hängt damit zusammen, dass ich keine Angst vor dem Tod hatte. Ich habe ihn gespürt wie einen Bruder, der mir nicht von der Seite wich. Ich habe ihn als meinen lieben Verwandten aufgenommen und bin mit ihm zu einer Gelassenheit gelangt, die mir früher undenkbar erschienen wäre.“

Nach der Eucharistiefeier machte sich die Trauergesellschaft auf zum Lamberti-Friedhof. Hier wurde sein Leichnam zur letzten Ruhe gebettet.

Porträt von Johannes Funke

Die Sargträger ließen den Sarg mit Johannes sacht ins Grab hinab.

Die Sargträger ließen den Sarg mit Johannes sacht ins Grab hinab.

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