„Ja“ zum Aufbruch unter dunklem Himmel

Achter Dekanats-Fastengang zur Klosterstätte Ihlow | Von Delia Evers

Ein bisschen begann der Ihlower Fastengang schon vor dem Fastengang. Der Regen bat um Entscheidung: Wollt ihr euch den Matsch im Klosterwald antun? 30 Christen sagten „Ja“ zum Aufbruch unter dunklem Himmel.

Aufbruch – das war das Thema: Pilgerschaft als Aufbruch und Neuausrichtung des inneren Kompasses.

Vor dem Start interviewte Brigitte Hesse für Radio Ostfriesland unter einem Schutzstand das Vorbereitungsteam des Fastengangs: Natalia Löster und Pastor Carl B. Hack.

Vor dem Start knubbelten sich die Menschen unter dem Dach der Schutzhütte am Parkplatz. Natalia Löster, Referentin der Seelsorge am Meer, und Pastor Carl Borromäus Hack brachten abwechselnd die Fastengänger mit einer Einführung auf den Weg zur Klosterstätte.

Im Raum der Stille.

Einfühlsame Texte z.B. aus dem mallorquinischen Kloster Lluc, sehr gut vorgetragen und ausgesucht von Natalia, öffneten die Teilnehmer für den Pilgerweg und für unerwartete Begegnungen:

„Brich auf! Jemand ist unterwegs, Dich zu treffen, sucht Dich im Heiligtum am Ende des Weges, im Heiligtum in der Tiefe Deines Herzens. Er ist Dein Friede, Er ist Deine Freude.“

„Gott gab uns Atem“, antwortete die Pilgergemeinde; mit Ihm kann sie „neu ins Leben gehn“.

Dies, so machten Natalia und Carl deutlich, können Menschen in Gemeinschaft mit und für andere Menschen und für Gottes ganze Schöpfung tun. Sie müssen nicht gleich die Welt verändern:

Auch der kleinste Stein zieht im Wasser immer größer werdende Kreise.

Markus Husen verteilte Liedzettel und versuchte, dem Regen auszuweichen.

Natalia trug einen Text von Susanne Niemeyer vor. Die Ich-Erzählerin sieht aus einer sehr eigenen Perspektive auf den Himmel. „Als ich einmal mit Gott reden wollte, war er nicht da. Ich hätte gern mit ihm Kaffee getrunken…“ Die Erzählerin geht auf die Suche nach dem Ort, wo sie Gott finden kann und kommt bei einem Satz von Martin Buber aus: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Hat Gott also keinen festen Wohnsitz? Könnte jeder Gott überall ansprechen?

Am Ende sagt die Erzählerin: „Wenn Gott überall wohnt, dann ist der nächstgelegene Ort ich selbst. Dann müsste ich nicht irgendwo da draußen suchen. Dann wohnte Gott in mir. Er säße am Tisch meiner Gedanken und flüsterte in mein Herz. Seitdem übe ich mich im Hören.“

Am Ende des Fastengangs über insgesamt vier Stationen sagte ein Teilnehmer, es sei gerade dieser Gedanke gewesen, der ihn buchstäblich mitgenommen habe: „Dann wohnt Gott in mir.“

Abwechselnd trugen Natalia Löster und Carl B. Hack die Texte zum Aufbruch unter dunklem Himmel vor.

Abschluss im Raum der Stille an der Klosterstätte.

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