KJO – auch zum Jubiläum ein Erlebnis

25 Jahre sind es her, dass sich im Dekanat Ostfriesland aus dem Nebeneinander vieler einzelner Jugendgruppen in den Gemeinden quasi als „Kopf“ die KJO gründete. Nicht einfach…

… sondern zuallererst brauchte es nächtelanges Haareraufen zur Formulierung einer Satzung, die den demokratischen und rechtlichen Vorgaben des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) genügte. Das war notwendig, um Zuschüsse zu Freizeitmaßnahmen erhalten zu können.

Dann mussten aber auch manche Vorbehalte aus den Gemeinden ausgeräumt werden, die einen Wegzug „unserer“ Jugendlichen aus den einzelnen Pfarreien und deren „Zentralisierung“ befürchteten. Um die ging es nicht, aber um die Idee, die Jugendarbeit zu vernetzen, Jugendliche aus allen Gemeinden miteinander in Kontakt zu bringen und oberhalb der Ortsebenen Angebote zu machen, die eine einzelne Gruppe vor Ort nicht stemmen konnte.

Das ist bis heute eine der wichtigsten Aufgaben und Ziele der KJO. Viele Fahrten und Aktionen sind in diesen 25 Jahren durchgeführt worden, Zeltlager, Radtouren, Survival-Wochenenden, Besinnungstage, Gruppenleiterschulungen, Taizé-Fahrten, pädagogische Fortbildungen, Fußballturniere…, kurz, all das, was Jugendlichen Spaß macht, sie aber auch in die Lage versetzt, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Auch seeehr lange Radtouren wie die nach Köln zählen zum Angebot der Jugend: hier bei der Ankunft am Dom.

Aktuell hat die KJO 148 eingetragene Mitglieder, wird geführt von einem 4-köpfigen Vorstand sowie begleitet von den Jugendreferenten des Dekanats und dem Dekanatsjugendseelsorger. Ihr von ihr selbst renoviertes Domizil ist in Aurich, wo es neben Büros und Gruppenräumen Schlafmöglichkeiten für bis zu 20 Jugendliche gibt und von daher gut Kurse und Veranstaltungen stattfinden können.

Die KJO ist ein kirchlicher Verband – aber verstehen sich die Jugendlichen auch als Teil ihrer Kirche? Die Antworten sind da sehr selbstbewusst: „Wir zeigen, dass Kirche nicht nur Beten und der sonntägliche Gottesdienst ist, sondern erst einmal Gemeinschaft, in der Respekt gilt, in der es ein offenes Ohr für die Anliegen der Jugendlichen gibt, in die ich mich selbst einbringen und die ich mitgestalten kann – auch wenn man nicht gläubig ist“, so sagt Katha Schirrmann aus dem Vorstand.

Das Jubiläumsprogramm.

Aber Glauben spielt für die meisten doch eine Rolle, allerdings nicht die traditionelle. Sie fordern, auch aktuell von der Kirchenleitung gehört zu werden, sie fordern neue Gottesdienstformen und praktizieren sie auch jetzt schon z.B. beim monatlichen „Gebet der Jugend“. Entfernungen sind dann zwar eine Erschwernis, aber kein Hindernis.

Es ist erstaunlich, wie viele Wege die Jugendlichen auf sich nehmen – auch über das „bisschen Nordsee zwischen dem Festland und den Inseln“ wie Jan Heise, selbst ehemaliger Norderneyer, es beschreibt. Und tatsächlich: keine Aktion, kein Treffen scheitert an den doch oft weiten Wegen in Ostfriesland zwischen Borkum, Langeoog, Wiesmoor, Emden, Leer und Westrhauderfehn, um nur einmal die Eckpunkte des Dekanats zu benennen.

Die orangegelben Bullis der Kirchengemeinden helfen dabei, aber entscheidend ist das Engagement der Jugendlichen. Dabei sind die Angebote nicht nur für die Mitglieder der KJO, sondern offen für alle im Dekanat, „unabhängig davon wie alt, wie dick, wie dünn, mit welcher Schulbildung oder wie viel Geld Mama und Papa haben. Jeder und jede ist bei uns willkommen!“, so sagt es Jan – und so ist es auch: Bei Fahrten gibt es Familienpreise, Teamer in Zeltlagern tun dies ehrenamtlich, …und so sind die die Teilnehmerbeiträge erschwinglich.

Sommerfreizeit mit Schwungtuch.

Und ein Jubiläum mit ganz viel Freude.

Es bleibt der Wunsch nach Zukunft und Perspektive in einer Kirche, die sich ändert und ändern muss – und wozu die Jugendlichen beitragen wollen. Was ihre Wünsche und Hoffnungen sind, das formulieren sie deutlich. Sie wollen sich nicht lähmen lassen vom Missbrauchsskandal, sondern dafür kämpfen, dass sie gehört werden und zum Nachdenken und Umdenken in der Kirche beitragen. „KJO for Future“ ist ihre Aktualisierung der Greta Thunberg-Kampagne – zumindest was Kirche angeht. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und so feiern sie mit berechtigtem Stolz dieses Vierteljahrhundert-Engagement und selbstbewusstes Kirche-sein. Der Spaß miteinander, die Vernetzung , bleibende Freundschaften und das Einstehen für eine Kirche, in der auch Jugendliche Raum und Stimme haben, ja haben müssen, wenn diese Kirche noch Zukunft haben will, ist Basis für das Fest in Aurich am 27. April.

Ein buntes Programm mit coolen Aktionen, spannenden Workshops und genügend Angeboten für das leibliche Wohl lädt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden, Teamer und Unterstützer von 11 bis 17.30 Uhr ein. Um 18 Uhr findet ein Familien- und Jugendgottesdienst statt, danach ist für alle ab 14 Jahren Party angesagt.

Text: Brigitte Hesse, Fotos: KJO

Vielfalt bei der KJO.

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