Klüngeltüngels genossen Park und Kuchen

Die Ostfriesen wissen es: Lütetsburg ist ein Ort zwischen Hage und Norden; hört man den Namen, denkt man sofort an Schloss und Park. Dort verbrachten die Klüngeltüngels einen schönen Nachmittag.

Der Bau des ursprünglichen Schlosses zu Lütetsburg geht zurück auf den ostfriesischen Häuptling Lütet Manninga. Der heutige Name ist seit 1852 amtlich. Lütetsburg ist seit 1588 der Stammsitz der Grafen von Inn- und Knyphausen und wird von diesen auch heute noch bewohnt. Deswegen ist eine Besichtigung der Gebäude nicht möglich.

Das heutige Wasserschloss Lütetsburg, eine Vierflügelanlage, wurde nach einem schweren Brand im Jahre 1956, der das gesamte Schloss vernichtete, auf den Grundmauern von 1517 neu erbaut.

Teil des Wasserschlosses.

Hierhin zog es die Klüngeltüngels also auf ihrer Mai-Tour – vor allem natürlich wegen der Rhododendronblüte. Eine Führung durch den Park war gebucht – Walter Appel gestaltete sie sehr kundig und launig. Leider fehlte die Sonne, und es wehte ein kalter Wind, aber das vergaßen die Besucher schnell.

Der Park zu Lütetsburg, das Lebenswerk von Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen, entstand im frühromantischen Stil und gehört zu den wenigen erhaltenen Beispielen dieses Typs auf dem europäischen Kontinent.

Er ist ca. 30 ha groß und damit der größte private Englische Landschaftsgarten Norddeutschlands. Er besticht mit altem Baumbestand, seltenen Exoten, Rhododendren und Azaleen und mehreren Kilometern Wanderwegen – eine wunderschöne Erholungsoase.

Es grünt und blüht, so weit das Auge reicht.

Fast überall ist Wasser mit im Spiel und spiegelt die Pracht wider.

Und natürlich gibt es viele Plätze zum Verweilen.

Und bizarre Gehölze.

Sogar abgestorbene Bäume entfalten ihren Reiz. Das fand auch Hildegard Lüken, die die Fahrt zusammen mit Elisabeth Funke organisiert hatte.

Auch verschiedene Monumente findet man, sie sind Orte der Erinnerung und haben einen persönlichen Hintergrund. Jede Generation hat ihre Spuren im Park hinterlassen; die ursprünglichen Strukturen sind noch erhalten.

Parkführer Walter Appel wies vor allem auf die Vielfalt von über 150 exotischen und heimischen Pflanzenarten hin. Bekannt ist der Park ja vor allem wegen der Rhododendron, und so waren die Besucher doch ziemlich überrascht über so viele alte Bäume, die man oft gar nicht zur Kenntnis nimmt und nicht kennt.

Die vier Damen studierten alte Ansichten des Schlosses.

Parkführer Walter Appel (links) wusste jede Frage sachkundig und oft garniert mit Dönekes zu beantworten.

Auch die Weitläufigkeit der Anlage macht den Reiz des Parks aus, in dem jeder Besucher ein Plätzchen für sich finden und die Schönheit des Parks ganz individuell entdecken kann. Bis heute sind viele der historischen Gestaltungselemente erhalten geblieben und können nach wie vor im Park bewundert werden: zum Beispiel die liebevoll mit Inschriften verzierten Bänke, die jeden Besucher zu einem Moment der Rast einladen.

Der Schlosspark Lütetsburg war einer der ersten in Deutschland, der sich den Rhododendren gewidmet hat, vermutlich wurden die ersten Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt. Zu Beginn des 20. Jh. wurden die Pflanzungen erweitert an Teichen oder Wasserläufen. Heute findet man hier etwa 60 verschiedene Rhododendron-Sorten.

Was gab’s da Tolles zu sehen? Eine Eulen-Höhle in einem Baum.

Seit einigen Jahren gibt es im Schlosspark einen Begräbniswald. Im „Waldfrieden Schloss Lütetsburg“ lässt man sich zu Fuße eines Baumes in der Natur statt unter einem Grabstein wie auf einem herkömmlichen Friedhof bestatten. Bereits seit dem Jahre 1790 findet die Familie zu Inn- und Knyphausen ihre letzte Ruhestätte auf der Insel der Seligen im Schlosspark.

Nach mehr als 1 ½ Stunden geführtem Spaziergang durch den wunderschönen Park brauchten die Klüngeltüngels dringend Erholung – ein Tisch war im Schlosscafé reserviert, und bei Kaffee und leckeren selbstgebackenen Torten ließ man die Eindrücke Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass es ein wunderschöner Nachmittag war.

Text: Hildegard Lüken, Fotos: Delia Evers

Auch eine Kapelle gibt’s im Park. Drinnen sangen die Klüngeltüngels „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“. Walter Appel war beeindruckt.

Kalt zog der Wind. Der alte Riese am Boden hatte viel Wärme gespeichert. Marlies und Renate nutzten ihn für ihre Hände als Naturheizung.

Überall gab es etwas zu schauen.

Die Klüngeltüngels „unterwanderten“ haushohe Rhododendren.

Und sie hatten ein Auge für einzelne Blüten.

Hochzufrieden stellten sie sich zum Gruppenfoto auf.

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