Langsam wird Corona zur Routine

Seit Wochen und Monaten beschäftigt sich die ganze Welt mit der Corona-Pandemie. Auch die Kirchengemeinden und so gut wie alle Ehrenamt-lichen müssen sich damit auseinandersetzen. Und das mit Geduld und Erfolg.

Besonders betreffen die neuen Maßnahmen die Gottesdienste und Gemeindehäuser und alle Personen, die direkt oder indirekt damit zu tun haben. Dazu gehören z. B. die Küsterinnen. Mit viel Geduld, Verständnis und einer großen Selbstverständlichkeit hantieren sie mit Masken und verschiedenen Sorten von Desinfektionsmittel, als hätten sie nie etwas anderes getan. Ab und zu wird auch mal ein fremder Priester in das Hygienekonzept der Pfarreiengemeinschaft eingeführt.

Fein säuberlich legt Tiny Souten, Küsterin in Neustadtgödens, den Mund-Nasen-Schutz für den Priester bereit.

Freundlich weisen sie jeden, der die Sakristei betreten möchte, auf die Händedesinfektion hin. Der Umgang mit den Hostien bekommt schon einen leicht klinischen Hauch. Nach der Messe werden Bänke, Türklinken, Schrankgriffe und Toiletten gründlich von möglichen Krankheitserregern befreit.

In Wittmund helfen nach der Messe sogar Kinder und Jugendliche bei den Desinfektionsmaßnahmen mit.

Gleiches betrifft auch die Reinigungskräfte in den Kirchen und Gemeindehäusern. Ein neues Sammelsurium aus bunten Putzlappen – jede Farbe für einen eigenen Berich – ist angeschafft worden, damit die Viren nicht die geringste Chance haben, vom Saal in die Küche geputzt zu werden oder andersherum.

Ein kompetentes Team aus fachlich geschulten Ehren- und Hauptamtlichen – dazu gehören Patrick Blaes (WIT), Daniel Gauda (WIE) und Steffi Holle (AUR) – hat zu Beginn der Pandemie ein detailliertes Hygienekonzept ausgearbeitet, in dem alle neuen Maßnahmen so konkret wie möglich aufgeführt wurden. Dieses Konzept sah darüber hinaus die Einrichtung und Besetzung neuer Aufgabenfelder vor.

Eine wichtige neue Aufgabe ist der sog. Ordnerdienst. Viele Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes sowie weitere Ehrenamtliche aus den Gemeinden sorgen zu jedem Wochenendgottesdienst, also bis zu zwei Mal pro Woche, dafür, dass die Besucher mit Namen, Adressen und Telefonnummern genau dokumentiert werden. Das Gesundheitsamt schreibt vor, dass bei einer Infektion der Kreis der Anwesenden nachvollziehbar sein muss. Viele Gemeindemitglieder melden sich dazu innerhalb der Woche im Pfarrbüro und kündigen ihren Kirchenbesuch an. Dies vereinfacht die Arbeit der Ordner gewaltig. Manchmal ist es nicht ganz so einfach, direkt vor der Messe die Namen zu notieren, insbesondere wenn die Glocken bereits läuten, das eigene Gehör nicht mehr ganz taufrisch ist und durch Masken vor Mund und Nase alles sowieso nicht so gut zu verstehen ist. Und trotzdem ist es irgendwie auch nett, wenn man als Gottesdienstbesucher direkt am Eingang von einem Gemeindemitglied freundlich begrüßt wird, bevor es dann in die Kirche geht.

Elisabeth Funke begrüßt die Gottesdienstbesucher freundlich und dokumentiert.

Zu Beginn der Pandemie stärker als jetzt, wurde der Gemeindegesang während des Gottesdienstes massiv eingeschränkt. Singen gilt immer noch als Risikoverhalten und ist nur eingeschränkt möglich. Somit haben sich in vielen Gemeinden Sängerinnen und Sänger zu kleinen Duetten oder sogar Quartetten zusammengefunden, um an den Stellen, an denen die Gemeinde nicht singen darf, Soli zu schmettern.

In Neustadtgödens musizierte Dr. Pugh sowohl an der Orgel, als auch auf der Querflöte

In Aurich bildeten Michael und Monika ein zweistimmiges Duett zusammen mit der Organistin Martje.

In Wiesmoor begleiteten Michael und Melanie den Gottesdienst musikalisch.

In Wittmund trifft sich wöchentlich ein Trio mit dem Organisten und beschallt die Gemeinde mit wohligen Klängen. Der dritte Sänger bediente zum Zeitpunkt der Aufnahme den entsprechenden Auslöser.

Insgesamt ist es wirklich bemerkenswert, wie sich die Pfarreiengemeinschaft auch mit all ihren Gruppen und Gästen in den Gemeindehäusern auf diese plötzliche Umstellung eingelassen hat und alle Neuerungen nun schon seit mehreren Monaten engagiert mitträgt.

Text: Markus Husen
Fotos: Maria Döldissen-Schlömer, Hildegard Lüken, Daniel Gauda und Peter Kirby

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