Lieber mit dem Papst als mit Angela Merkel

Am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr hatten die Verantwortlichen entschieden: Der Stadtfestgottesdienst findet in der Lambertikirche statt. So erzählte Pastorin Kathrin Meenken in ihrer Begrüßung der Gottesdienstbesucher. 

Es sei schade, dass nicht auf dem Schlossplatz gefeiert werden könne, aber es sei die richtige Lösung gewesen, da es den ganzen Vormittag wieder einmal kräftig regnete.

Sie eröffnete die Feier entspannt und herzlich und stimmte auf das Motto des Gottesdienstes ein: „Aurich – Du hast die Wahl“.

Das schlechte Wetter hat wohl viele Besucher zu Hause gehalten, vielleicht haben ja auch einige die Übertragung des schön gestalteten Gottesdienstes auf Radio Ostfriesland mitverfolgt.

Steffi Holle bat die Anwesenden zur Wahl und stellte lustige und ernste Fragen, zu denen die Besucher mit ihren farbigen Stimmkarten Stellung beziehen konnten bzw. sollten. So fiel die Antwort auf die Frage, wer nach Aurich eingeladen werden solle: Helene Fischer oder Heino, den meisten wohl leicht.

Und mit wem man lieber einen Tag verbringen wolle? Angela Merkel oder Papst Franziskus? Der Papst gewann! Sollten die Geschäfte in Aurich am Sonntag geöffnet werden? Die Abstimmung war eindeutig „nein“. Die Entscheidung zwischen einem Traumhaus am Berliner Wannsee und Aurich ging klar für Aurich aus.

Superintendent Tido Janssen hielt eine sehr nachdenklich stimmende Predigt zum Thema „Wahl“ – nachdem er humorig begonnen hatte mit der Frage: „Was ist los, wenn Saathoff von der SPD und Lindner von der FDP mir schon beim Frühstück ins Fenster schauen?“ Klar, es ist Wahl!

Jeder Tag stelle uns vor viele Entscheidungen, manche lösten wir unbewusst, aber einige fielen sehr schwer und bedürften des Nachdenkens, manche brächten einen auch in eine Zwickmühle. Wichtig sei auch, wie wir miteinander umgingen:  die Ökumene in Aurich jedenfalls funktioniere hervorragend.

Auch Muslime hätten ein Recht, in Aurich ihren Glauben zu leben, und da sei wieder die Wahl: miteinander oder gegeneinander. Alle sollten gemeinsam für den Frieden eintreten und nicht den Zwiespalt zulassen, den die Terroristen säen wollten.

In seiner Einleitung zu den Fürbitten sagte Pfarrer Johannes Ehrenbrink: „Wir wollen beten, dass gute Entscheidungen getroffen werden für die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus.“

Abgerundet wurde der Stadtfestgottesdienst durch die Musik der Posaunenchöre und durch gemeinsame Vorträge mehrerer Gospelchöre. Nach der Feier waren alle eingeladen zu Tee und Krintstuut und Bratwurst vom Grill – und das ließen sich die Besucher trotz des anhaltenden Regens auch gut schmecken.

Und so häufig kommt es auch nicht vor, dass im Gotteshaus gegessen wird! Also ein schöner Abschluss des Stadtfestes.

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