Ludgerus-Haus hinter der Kirche wird 65

Heute, 27. Januar, vor 65 Jahren wurde das Ludgerus-Haus am Fischteichweg eingeweiht. Die St.-Ludgerus-Gemeinde nutzte es für viele Zwecke, u.a. als Schule, Kindergarten, Schwestern- und Tagungshaus.

Im älteren Teil des Gebäudes, in dem heute das Haus für Kinder und Familien untergebracht ist, war die katholische Volksschule angesiedelt. Ihr ursprüngliches Schulgebäude, das sich unmittelbar an den Chor der St.-Ludgerus-Kirche angeschlossen hatte, war 1903 im Zuge der Vergrößerung des Gotteshauses abgerissen und von der Stadt Aurich durch einen Neubau auf kirchlichem Grundstück ersetzt worden.

Die Schule musste 1937 auf Druck der Nazis geschlossen werden. Wenig später wurde das Gebäude für 500 Reichsmark an die Kirchengemeinde verkauft – mit der zeitlich befristeten Auflage, es der Stadt für ihre Zwecke unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Um die Schule entbrannte nach der Befreiung vom NS-Regime 1945 wiederum ein politischer Kampf: Die Stadt Aurich wollte sich für die katholische Bekenntnisschule finanziell nicht engagieren. Anfang 1950 beschloss daher der Kirchenvorstand, die Schule auf eigene Kosten einzurichten, und feierte am 18. April 1950 die Wiedereröffnung der Schule.

Sie hieß zunächst „Ansgari-Schule“ und ab 1952 „St.-Ludgeri-Schule“. Nach der Schulreform 1966 wurde sie als Grundschule geführt, bis sie 1972 wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden musste. Der 19. Juli 1972 war der letzte Schultag.

In ihrer letzten Lebensphase war die St.-Ludgeri-Schule im 1952 gebauten St.-Ludgerus-Haus am Fischteichweg untergebracht, ebenso wie der Konvent der Schwestern von der heiligen Elisabeth.

Luftaufnahme des Kirchengrundstücks mit „Gelbem Haus“ (links neben der Kirche) und dem 1952 eingeweihten Ludgerus-Haus hinter der Kirche. Das „Gelbe Haus“ wurde wegen Baufälligkeit 1977 abgebrochen.

Schon damals wurde das Ludgerus-Haus für Tagungen genutzt; die Teilnehmer konnten dort übernachten und wurden durch die Schwestern versorgt.

Mit Schließung der Grundschule zog der katholische Kindergarten in das Gebäude ein (eröffnet am 8. Januar 1973). Die Schwestern wechselten 1998 ins „alte Pfarrhaus“. Danach wurden die Räume des Ludgerus-Hauses im ersten Stock als Dekanatsjugendbüro umgestaltet.

Die Räume sind 2016 vorwiegend durch Jugendliche und junge Erwachsene ehrenamtlich komplett saniert worden.

Fleißige Handwerker und Handwerkerinnen 2016 im Dekanatsjugendbüro: v.l. Jan Heise, Ela Mach, Paulina Palkowska, Jacobo Oroscegui Mejia, Lukas Weever und Johannes Siepker.

Die gewachsene Kirchengemeinde benötigte in den 1970er-Jahren immer dringlicher ein neues Gemeindezentrum. Das St.-Bonifatius-Haus, als Bonihaus heute jedem in der Gemeinde bestens bekannt, wurde im Juli 1978 eröffnet und gesegnet.

Quelle: Manfred F. Albrecht, 150 Jahre St. Ludgerus-Kirche Aurich, 1999

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