Mach was draus, Gott!

Alle mal herhören! Ihr habt Probleme? Macht nichts! Denn ihr habt auch Möglichkeiten. „Mach was draus: Sei Zukunft!“ lautet das Leitwort der Misereor-Fastenaktion. Wie leicht sich das sagt…

… und wie schwer sich das umsetzen lässt, zeigte der Ausschuss Mission, Entwicklung, Frieden am jüngsten Sonntag.

„‚Mach was draus: Sei Zukunft!‘ Was für ein tolles, lebendiges Motto der diesjährigen Fastenaktion des Misereor-Hilfswerks“, sagte Isburga Dietrich vom Ausschuss MEF. Und gleich sprudelte aus ihr heraus, was alles gemacht werden kann:

„Du hast Potential: Mach was draus! Du hast Chancen: Mach was draus! Du hast Talente: Mach was draus! Du hast gute Rahmenbedingungen: Mach was draus! Sei Zukunft für deine Familie, sei Zukunft für deine Freunde, sei Zukunft für unsere Gesellschaft!“

So einfach ist das? Einfach – alles – machen?

Maria Dellwisch und Dr. Elke Warmuth schlüpften in verschiedene Rollen, spielten die 15-jährige Lisa, die ihren Schulabschluss schmeißen muss, weil sie schwanger geworden ist, und den 15-jährigen José aus San Salvador, der seine Mutter verloren und in einer Straßenbande eine Ersatzfamilie gefunden hat.

Maria und Elke übernahmen weitere Rollen. Sie stellten Vera vor. Ihr Mann hat das Familienleben mit dem behinderten Sohn nicht mehr ausgehalten und Vera mit allem allein gelassen.

Zwischen die kleinen, trostlosen Geschichten, die für viele Menschen Alltag sind, rief Isburga: „Mach was draus. Sei Zukunft.“

Plötzlich klang die Ermunterung überheblich und zynisch. Wie viele Lebensgeschichten kennen wir alle von anderen oder von uns selbst, in denen sich nichts mehr machen lässt.

„Zukunft gestalten geht eben nicht immer und schon gar nicht allein“, so lautete das Fazit der Drei am Ambo auch im Predigtteil. Und sie zeigten einen Weg – besonders für Menschen im diesjährigen Partnerland San Salvador, wo sich die Caritas nachhaltig um Besserungen bemüht.

Sie fragten im Misereor-Gottesdienst zudem, was wir hier vor Ort tun können, und sie gaben Antworten.

Aufrüttelnd geriet der Schlussdialog. Isburga war nach oben auf die Orgelempore entschwunden. Plötzlich war aus dem Off eine Stimme zu hören. Sie rief: „Mach was draus! Sei Zukunft!“

Unten fragte Elke mit Blick nach oben: „Bist du das Gott? Rufst du mich? Forderst du mich auf?“

Die Stimme wiederholte: „Mach was draus: Sei Zukunft.“

Elke: „Deinen Ruf höre ich. Durch dich lebe ich. Deiner Geisteskraft vertraue ich.“ Und dann, überraschend, rief sie: „Mach was draus, Gott! Wirke in mir. Belebe mich. Heb mich empor. Mach was draus, Gott! Aus dem, was ich sehe. Aus meinen Fähigkeiten. Aus meinen Charismen. Sei du die Zukunft, Gott. Mit meinen Gaben. Mit meinen Händen. Mit meiner Stimme. Ich vertraue: Wir machen was draus! Du und ich und wir alle, Gott. Gemeinsam sind wir die Zukunft.“

Text und Foto: Delia Evers

„Mach was draus!“ – Isburga Dietrich, Maria Dellwisch und Dr. Elke Warmuth gestalteten den Gottesdienst mit. An der Vorbereitung waren zudem Steffi Holle und Gertrud Schweer-Dust beteiligt.

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