Millionen Mücken begrüßten Klüngeltüngels

Mai-Tour führte ans nah gelegene Ewige Meer | Von Hildegard Lüken

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah! An diesen Spruch dachten die Klüngeltüngels bei ihrem Mai-Treffen. Das Ziel war das Ewige Meer. Millionen Mücken begrüßten die Auricher mit Gesirre.

Eine erfreulich große Gruppe machte sich zunächst auf den Spaziergang und genoss die Möglichkeit, mit wechselnden Partnern zu laufen und sich in Ruhe zu unterhalten.

Millionen Mücken hießen die Klüngeltüngels heftig sirrend willkommen.

Und es passte alles: Die Gruppe war gut gelaunt, die Sonne schien (meistens), der Kuchen anschließend im Café schmeckte – einzig die vielen kleinen Mücken am Wasser nervten. Aber auch das wurde mit Humor genommen.

Das Ewige Meer ist mit über 89 ha Wasserfläche der größte Hochmoorsee Deutschlands. Seine Oberfläche befindet sich etwa auf 8,5 m über NN. Umgrenzt wird der See von ausgedehnten ungenutzten Flächen, die noch das eigentliche Hochmoorprofil zeigen und zusammen mit dem Gewässer das 1180 Hektar umfassende Naturschutzgebiet Ewiges Meer und Umgebung bilden.

Der zwei bis drei Meter tiefe See ist etwa 1800 m lang und 900 m breit. Die Nährstoffarmut des Moorwassers lässt pflanzliches oder tierisches Leben kaum zu. Die Entstehung des Sees wird auf das Zusammenwachsen mehrerer Hochmoore zurückgeführt, die das Abfließen des Niederschlagswassers verhindert und damit zu der offenen Wasserfläche geführt haben.

Neben der Hauptwasserfläche gibt es noch weitere sogenannte Mooraugen wie das Kleine Eversmeer, die Dobbe und das Krickmeer; dazu größere durch Torfgewinnung entstandene Rinnen. Hier brüten die streng geschützten, letzten Trauerseeschwalben in Ostfriesland.

Seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es am Nordrand des Ewigen Meeres einen 1,8 km langen Bohlenweg. Dieser wurde im Sommer 2000 um einen Moorlehrpfad ergänzt, der auf zwölf Tafeln viele interessante Informationen vermittelt über Pflanzen und Tiere – die Kreuzotter z. B., aber die bekamen die Klüngeltüngels nicht zu sehen.

An vielen Stellen gibt’s gemütliche Plätzchen.

Klüngeltüngels unterwegs auf dem Bohlenweg. Hildegard Lüken, die den Ausflug organisiert hatte, fotografierte die Fotografin.

Über dem Ewigen Meer gab es eine Menge zu entdecken.

Ungezählte Inselchen am Stiel (Überbleibsel ehemaliger Befestigungen) liegen am Ufer, meist nur bewohnt von einer einsamen Birke, ein bisschen Gras oder Heidekraut.

Der Süden des Gebietes ist für Besucher unzugänglich.

Dieses Bild muss sein: Der selbstgemachte Buchweizenkuchen aus dem Café war eine Wucht.

Die Staatliche Moorverwaltung realisiert seit 1979 Maßnahmen zur Anhebung des Gebietswasserstands und damit zur Verbesserung der Bedingungen für die Moor-Renaturierung.

Nach dem etwa einstündigen Spaziergang ging es zum Café.

Und da es schön warm war, konnte man draußen an einem langen Tisch sitzen, Kaffee und Kuchen genießen und sich einfach weiter unterhalten.

Den Abschluss bildete der gemeinsame Besuch des Abendgottesdienstes in der Auricher Kirche. Einhellige Meinung der Klüngeltüngels: Es war wieder ein sehr schöner Tag!

Klare Ansage auf dem grünen Willkommensschild des Cafés am Ewigen Meer: „Wenn’t Rad hier steiht, is open. Wenn nich, is dicht.“

Die Klüngeltüngels am Moorlehrpfad.

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