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Missklänge im Kirchenchor St. Ludgerus

[1]Sowas gibt es doch sonst nicht, dachten die Sängerinnen und Sänger, die sich seit einigen Wochen jeden Dienstag zur Chorprobenzeit zu einer munteren Online-Video-Chor-Konferenz treffen.

Missklänge! Und die im Kirchenchor! Es krachte und gurgelte, es quakte und piepte, es pfiff und summte und brummte. „Du musst das Mikro ausschalten“, „geh mal mit deinem Handy ganz raus und loggt dich wieder neu ein“, „ich schmeiß dich mal kurz raus, vielleicht ist es dann besser“, das waren die Gesprächsfetzen, die man hin und wieder zwischen den Missklängen verstehen konnte, wenn man sehr genau hinhörte. Eine echte Kakofonie also! Und dabei wollten wir Markus doch ein Geburtstagsständchen bringen. Einige Aufrechte haben das auch gewagt, aber an Markus Gesichtszügen konnte man unschwer erkennen, dass selbst der gute Wille in diesem Fall nicht geholfen hat. Vielleicht war es der Schnee, der sich in unsere Leitung gesetzt hatte, oder der Wind hat unsere Harmonie gestört. Wir wissen es nicht, aber nach gut 20 Minuten war der Spuk vorbei, denn mindestens acht motivierte Chorsänger haben sich nach und nach wegen massiver Kopfschmerzen aus der Chorprobe verabschiedet und auch die restlichen Teilnehmer stellten völlig entnervt den PC ab.

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Munter versammelte sich jung und alt auf den Bildschirmen.

Nicht wundern, wenn Dora dusselig durch den Dauerregen dämmert

Eine Woche später – die Gehöre der Sängerinnen und Sänger hatten sich wieder regeneriert – startete ein neuer Versuch. Und tatsächlich klappte es diesmal ohne Disharmonien im Hintergrund. An diesem Dienstag sollte eine geordnete Chorprobe stattfinden, denn die Chorleiterin befürchtet, dass sich das ständige Durcheinandersprechen so verselbständigt, dass am Ende in der richtigen Chorprobe in die Achtelpause gesprochen wird. Disziplin war also gefragt und sprachliche Kreativität, denn es sollten Schlangensätze gebildet werden, deren Satzglieder immer mit demselben Buchstaben anfangen mussten. „Meine Mutter machte Maissuppe mit Mehl ….“ oder „Keine kleinen Kühe können kurz kalben, komisch!“, oder eben „Dora dämmert dauernd dusselig durch den dunklen Dauerregen“. Ist es nicht wunderbar? Dieser Chor sprudelt vor Kreativität und diese Disziplin – ein Traum. Der nächste Dienstag kann kommen, die nächste Chorprobe ist geplant! Nur schade, dass wir vor der Fastenzeit nicht alle zusammen noch einmal anstoßen können, aber vielleicht schaffen wir ein gemeinsames Prost auch über den PC.

Text und Fotos: Isburga Dietrich