„Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“

2016-03-07 WGT Wiesmoor1_1Eindrucksvoll begingen rund 55 Frauen – und Männer – in Wiesmoor den Weltgebetstag. Gestaltet wurde der Gottesdienst in Ökumene mit Friedenskirche und Versöhnungskirche Wiesmoor mit Pastorin Frau Ulferts.

In ihrer Einladung hatte Anja van den Boom, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, bereits viele Informationen rund um den Weltgebetstag weitergegeben.

Sie ging besonders auf die Situation der Frauen im Partnerland 2016 – Kuba – ein.

Frauen spielen in der kubanischen Gesellschaft eine wichtige Rolle, sei es im Arbeitsleben, in den Familien oder in den Kirchen. Seit der Revolution sind sie den Männern rechtlich gleichgestellt. Mit seinem Anteil in qualifizierten Berufen, in der Wissenschaft sowie im Parlament nimmt Kuba weltweit eine Spitzenstellung ein. Zwar ist die berufliche Gleichstellung gesellschaftlich akzeptiert, im Privaten gehen die Ansichten über die Geschlechterrollen aber weit auseinander. Auch nach Jahrzehnten formaler Gleichstellung bleiben die meist Vollzeit berufstätigen Kubanerinnen für den Haushalt und das Familienleben hauptverantwortlich. So wird die gesellschaftliche Umbruchsituation in vielfältiger Weise auf dem Rücken der Frauen ausgetragen. Anstelle sozialer Emanzipation wächst die Doppel- und Dreifachbelastung.

In Gottesdiensten zum Weltgebetstag 2016 bekamen überall auf der Welt kubanische Frauen eine Stimme – unter dem Leitwort: „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf.“

2016-03-03 Weltgebetstag

Das Werk der jungen kubanischen Künstlerin Ruth Mariet Trueba Castro.

Die Frauen erzählten von ihrem Heimatland, ihren Sorgen und Hoffnungen. Illustriert wurde das in einem Werk der jungen kubanischen Künstlerin Ruth Mariet Trueba Castro.

Das Bild greift Motive aus dem Alltag der Menschen in Kuba auf. Darunter ist ein Pferde- oder Eselskarren, der auf Kuba Menschen und Güter transportiert. Darüber die Königspalme, die der kubanische Nationalbaum ist. Im Bild der Künstlerin lädt die symbolische Fenster- oder Türöffnung die Betrachter ein in deren Heimatland.

Ein halbrunder Fensterbogen in den Nationalfarben Kubas bildet die halbe Weltkugel. Eine Hand streckt sich von der Halbkugel aus. Und von irgendwo außerhalb des Bildes greift die Hand eines dunkelhäutigen Kindes nach ihr. Sie umfasst nur zwei Finger dieser Hand – eine Unterstützung, eine Geste der Zuwendung, der Sicherheit, die den Weg jedoch nicht vorgibt. So kommt Gott in die Welt – in einem Kind. Anders als wir uns Gottesmacht vorstellen. Klein, zart, anderer Herkunft und gleichzeitig so unbedingt zupackend und präsent.

Solche Gedanken ließen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher in Wiesmoor durch Kopf und Herz gehen.

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Anregend gestalteter Gottesdienst in Wiesmoor.

Bei der Teetafel im Anschluss gab es Köstlichkeiten aus Kuba zum Probieren, darunter selbstgemachte Zitronenlimonade, frittierte Bananen und Gebäck aus Süßkartoffeln.

Es kam die tolle Kollektensumme in Höhe von über 306 Euro zustande.

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Kubanische Spezialitäten nach dem Gottesdienst.

 

 

 

 

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