Peter Bard in Kigali mit den tausend Hügeln

Dr. Peter Bard aus St. Ludgerus Aurich lebt für zwei Monate im ruandischen Kigali, um dort mit seiner Fachkenntnis einer in Not geratenen Tierarztpraxis zu helfen. Er beschreibt für unsere Webseite seine Eindrücke.

In Kigali ist der Veterinär im Auftrag der Stiftung SES unterwegs. Die drei Buchstaben stehen für Senior Expert Service. Die Stiftung nutzt das Expertenwissen ihrer Mitglieder, um sich weltweit in humanitären Anliegen zu engagieren (siehe Bericht vom 31. Oktober) .

Peter schreibt:

Peter kurz vor dem Abflug: Ein Blick zurück zu seiner Frau Margret Müller-Bard.

Unter Tags ist die Stadt wie ein Ameisenhaufen: Autos, Fahrräder, Motorräder, Motorräder und nochmals Motorräder… Nicht einmal in Italien habe ich so viele Motorräder (made in China) erlebt wie in Kigali.

Wie gut, dass ich nicht selbst fahren muss, ich würde vermutlich nach einer halben Stunde den Verkehr lahmgelegt haben.

Kigali – eine Stadt der Gegensätze, wie vermutlich in ganz Afrika nicht anders zu erwarten: moderne Architektur, kleinere Villenviertel, einfache Häuser bis hin zu Wellblechhütten.

Aber überall regt es sich: Fahrräder vollgepackt mit Säcken und Kisten, Frauen mit Ballen auf dem Kopf, Männer, die Stapel von langen Latten oder Brettern auf den Schultern tragen….

Überall Polizisten, Soldaten, Wachleute, alle gut bewaffnet. Auf den ersten Blick natürlich für uns (noch) ungewohnt. Aber ein Besuch beim Genozide-Memorial hat mich schnell an die Katastrophe von 1994 erinnert, die ein materiell, sozial und menschlich verwüstetes Land mit einer Million Toten in sechs Wochen hinterlassen hat.

Ort der Erinnnerung an den Genozid.

Kigali ist eine sichere Stadt, wie mir meine Gastgeberin versichert hat. Die Regeln sind streng, die Strafen hoch, die Organisation und Verwaltung effizient.

Beeindruckend und in meinen Augen vorbildlich ist die Art, wie diese Vergangenheit verarbeitet (wir würden sagen: bewältigt) wird.

Ich hatte das Glück, mit dem Schwiegersohn einer Gastgeberin, der im Memorial arbeitet, zu reden und mir erklären zu lassen, wie das Programm zu Bewältigung und Versöhnung arbeitet.

Es könnte, sollte Vorbild für andere Länder mit vergleichbarer Belastung (Balkan, Türkei, Spanien…) sein.

Am Sonntag besuchte ich die Heilige Messe in der kleinen Kirche der Jesuiten: brechend voll; ich saß im Freien mit vielen anderen. Ein Chor von Jugendlichen sang wunderschöne Lieder.

Beten, Singen, Klatschen, Kommunion: wie zu Hause. Die Predigt konnte ich leider nur fetzenweise verfolgen, da keine Lautsprecher installiert waren.

An der Jesuitenkirche.

Peter wird in seiner Herberge in Kigali mit gutem Essen (und lustiger Gesellschaft) gestärkt.

Peter mit der Chefin der Tierarztpraxis und einem Kollegen.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, was es mit den vielen Motorrädern auf sich hat: die meisten sind Taxis („mototaxi“), mit denen man sich, auf dem Rücksitz, billig und schnell durch die ganze Stadt bewegen kann.

So weit der erste Bericht. Da Peter Bard der Schweigepflicht unterliegt, darf er Näheres zu seiner Unterbringung und zur Tierarzt-Praxis, die er betreut, nicht berichten. In jedem Fall ist er mitten in der Arbeit angekommen und leistet für die Menschen vor Ort einen überaus wichtigen Dienst.

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