Sonntagsimpuls online

Liebe Gemeindemitglieder,
Der Virus hat uns noch fest im Griff. Daher melde ich mich auch an diesem Wochenende mit ein paar Gedanken zum Sonntagsevanglium aus dem Pfarrhaus.

Das Evangelium wird ihnen auch hier vorgelesen.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit
3 sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank.
4 Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5 Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus.
6 Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
7 Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
17 Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
21 Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
25 Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
27 Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
33b Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.
36 Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
44 Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!
45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Der Impuls für die kommende Woche ist hier hinterlegt.

Vor einigen Jahren stellte die Universität in Peking mit 500 000 Probanden zwischen 30 und 79 Jahre eine Studie an. Sieben Jahre lang notierten sie fleißig ihre Essgewohnheiten, um die Frage zu beantworten, wie gesund scharfes Essen für den Menschen ist. Es treibt Tränen in die Augen, löst ein Gefühl von Hitze aus und ist für manche Menschen kaum zu ertragen. Am Ende der Studie waren einige Probanden verstorben und die Auswertung zeigte, dass die Sterberate bei denen, die dreimal in der Woche scharf aßen, um 14% geringer war als bei denen, die das höchstens einmal alle zwei Wochen taten. Ein- bis zweimal pro Woche scharf zu essen, verringert das Sterberisiko immer noch um 10%. Schärfe verlängert also das Leben.

Dort wo die Schärfe und Würze fehlen, ist es fade, ohne Pfiff, kaum unterscheidbar und geht im besten Fall so gerade noch. Da, wo unserem Leben die Schärfe fehlt, funktionieren wir zwar noch, aber rödeln häufig wie selbstvergessen in unserem Hamsterrad auf der Suche nach vermeintlichen Werten herum.

Doch was ist meine Schärfe, meine Stärke, das, was gute Laune schafft und ein Stück Kraft für die nächsten Tage zurückgibt? Bei mir persönlich ist es die Musik. Im Moment vermisse ich die Treffen im Kirchenchor und im KJE-Chor sehr, wo wir gemeinsam gesungen haben und so mit einem Stück neuer Kraft in die kommende Woche starten konnten. Gibt es vielleicht Dinge, die unserem Leben eine gewisse Würze geben, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Vielleicht sind es auch Dinge, für die wir gerade jetzt in der bestehenden Ausnahmesituation etwas Zeit finden. Zum Beispiel das Buch aus dem letzten Urlaub endlich zu Ende zu lesen, die Lieblingsserie oder den Lieblingsfilm alleine oder bei Bedarf mit der Familie zu schauen, sich bei dem tollen Wetter ein paar ruhige Minuten im Garten unter der Sonne zu gönnen, mit lieben Menschen zu telefonieren oder einfach bei einem leckeren Stück Schokolade auf dem Sofa zu liegen.

Die Schärfe im Leben des Lazarus ist klar. Durch seine offensichtlich enge Freundschaft zu Jesus war Jesus von seinem Tod so zu Tränen gerührt, dass er ihm in einer Wundertat neues Leben schenkte und dadurch viele Menschen zum Glauben führte.

In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen wärmstens die Öffnungszeiten der Kirchen in unserer Pfarreiengemeinschaft ans Herz legen. Diese Zeiten der Stille, vielleicht bei leiser Musik, vielleicht im Gebet oder in der Ruhe vertieft, können dazu beitragen, den stressigen Alltag ein Stück hinter sich zu lassen. Auch das Lied von Johannes Oerding „Wenn du lebst“ hat zu diesem Thema einiges zu sagen.

So möchte ich enden mit einem Zitat eines guten Freundes: „Gelobt sei, was scharf macht!“

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende und vor allem Gesundheit!

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