Tietz, Ute † | Sie war immer auf bestmögliche Lösung aus

In der Nacht zu Donnerstag, 27. Februar 2020, ist Ute Tietz gestorben. Eine schwere Krankheit hatte sie ab Mitte 2019 immer weiter geschwächt. Mit den Familien Tietz und Hahnenkamp  trauern vor allem ihre jungen Freunde.

Sie sind über Jahre im „Kreis junger Erwachsener“ zu einer starken Gemeinschaft gediehen und haben unsere Gemeinde, Neuauwiewitt und die Ökumene oft mit ihrem Chor und ihren Kirchenliedern begeistert. Ute war mitten unter ihnen, voller Freude an dieser Gemeinschaft, an Gesang und an Rhythmus. Unvergessen sind die Auftritte, in denen sie und ihre Freunde Finger schnippend und singend in die Kirche einzogen, Freude in die Bankreihen ausschickten und vom Frieden sangen.

Dass Ute jetzt einem anderen Frieden entgegensieht, mag ein Trost sein und ist doch eine ungeheure Zumutung besonders für ihre Familie, für ihren Mann Thorsten mit den beiden Jungen Julian und Felix, für ihren kranken Vater Heinrich Hahnenkamp, für ihre Schwester Martina und ihren Bruder Klaus. – Ute, geboren am 23. August 1973, wurde nur 48 Jahre alt.

Ute (Bildmitte mit weißer Bluse) begeisterte bei der Firmung 2018 mit dem KjE-Chor die Festgesellschaft.

Gemeinsam mit dem KjE-Chor gestaltete sie Gottesdienste auch inhaltlich mit.

Ute und Söhnchen 2017 bei einer Kindersegnung durch Johannes Ehrenbrink.

Erst im Januar war die Mutter der drei Hahnenkamp-Geschwister gestorben: Anni Hahnenkamp hatte ihre Krebsdiagnose Anfang 2018 erhalten. Als sie Mitte 2019 – damals schon schwerstkrank – von der Krebsdiagnose ihrer Tochter erfuhr, versuchte sie noch einmal, mit aller Kraft für sie da zu sein. Die mütterliche Solidarität stärkte die innige Verbundenheit der beiden weiter. Die Krankheit schritt darüber hinweg.

Ute, die an der Lambertischule unterrichtet und sich der St.-Ludgerus-Gemeinde verbunden gefühlt hatte, hatte nicht nur im Kreis junger Erwachsener (KjE), sondern auch im Pfarrgemeinderat mitgearbeitet. Zudem engagierte sie sich seit Jahren im Vorbereitungsteam der Kinderkirche. „Sie besaß ein wunderbares Talent, den Kleinen  Bibelgeschichten vorzulesen. Ihre Stimme schenkte den Erzählungen Leben. Durch ihre Arbeit in der Schule wusste sie genau, welche Worte sie noch erklären musste, damit die Kinder ihren Sinn verstanden: Sie hörten ihr immer gebannt zu. Ute war eine wunderbare Mitstreiterin!“, erzählt Nicole Ziems aus dem Vobereitungsteam.

Ähnliches berichtet Tina Hardy, Leiterin des Hauses für Kinder und Familien. Ute arbeitete vor einigen Jahren im Elternbeirat dieser Einrichtung mit, in der sie als Kleinkind unter den Fittichen von Antje de Haan selbst schöne Jahre verbracht hatte.

Ute, so erzählt Tina, sei immer auf bestmögliche Lösungen aus gewesen, wenn sie denn praktikabel waren. „Pack an und mach'“ – von diesem Wort habe sie sich leiten lassen. Ute, die selbst eine starke Mutter gewesen sei, habe immer wieder die Bedeutung von Eltern für das Kindswohl herausgestrichen und alles dafür getan, Familien zu stärken. „Ute war immer allen zugewandt. Sie hatte für alle ein offenes Ohr.“

Ute hatte die Gabe, Menschen wahrzunehmen, die außerhalb standen. Sie sprach sie ohne Scheu an, lud sie zu Veranstaltungen z.B. des KjE ein und sorgte dafür, dass sie sich nicht fremd fühlten.

Familie, Freunde, Bekannte und Gemeinde verabschiedeten sich von Ute am Freitag, 6. März 2020, mit einem Requiem in der St.-Ludgerus-Kirche.

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Text und Fotos: Delia Evers

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