Tina Hardy: „Wir brennen für das Haus“

Was für eine beeindruckende Institution; und was für ein beeindruckendes Team! Elf Frauen stellten Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand am 2. März 2017 die Kita vor und machten deutlich: „Wir brennen für das Haus.“

Leiterin Tina Hardy brachte auf den Punkt, was alle Sitzungsteilnehmer spürten: „Wir brennen für das Haus und für die Kinder, die uns anvertraut sind.“

Wohl kaum jemand von Pfarrgemeinderat (PGR) und Kirchenvorstand (KV) hatte geahnt, was an diesem Abend auf ihn zukommen würde. Ihre eigene Knirps-Erfahrung mit einem Kindergarten lag überwiegend Jahrzehnte zurück. Jetzt faszinierte PGR und KV, welch eine umfassende, intensive Lebensbetreuung nicht nur die Kinder von eins bis sechs, sondern ihre ganzen Familien mit Eltern und Geschwistern im Haus für Kinder und Familien erfahren.

Schon bei der Besichtigung des Hauses mit Krippe und Kita waren nur fröhliche Gesichter zu sehen. Die Räume präsentierten sich so funktional, liebenswert und kunterbunt, dass Pippi Langstrumpf ohne Zweifel sofort mit Herrn Nilsson eingezogen wäre (den Damen darf man sogar zutrauen, dass sie noch für Pippis Apfelschimmel einen Platz auf der Anlage gefunden hätten).

Die Ausstrahlung ist mit den Jahren gewachsen – und das nicht von allein: Das Team unter Leitung von Tina Hardy und Vertreterin Melanie Wiegmann gestaltete mit Sinn und Verstand eine Wohlfühl-Atmosphäre, die bis in den hintersten Winkel reicht.

Vor dem Eintritt in Krippe und Kita mussten sich alle Gäste mit blauen Hygieneschühchen versehen. Tina Hardy mimte bei Johannes Ehrenbrink den Schuhanzieher.

Melanie Wiegmann gab die Plastikschluffen aus.

Zugleich erfüllen sie hohe Qualitätsanforderungen im Bereich Pädagogik, Bildung, Begegnung, Begleitung, Beratung und Unterstützung.

Tina Hardy dankte dem Träger während der Sitzung für das allzeit offene Ohr, wenn Weiterbildungen und Zertifizierungen oder Renovierungen und bauliche Neuerungen anstünden – die auch vom Bistum Osnabrück wohlwollend geprüft und oft mitgetragen werden.

Pfarrer Johannes Ehrenbrink und Kita-Ausschuss-Vorsitzender Horst Stamm freuten sich über das Lob (Letzterer auch als „Der unsichtbare Dritte“ auf der Anlage; zuständig für alle Wechselfälle des Lebens und jede Art von baulicher und personeller „Krisenintervention“).

Angetan waren die Mitglieder von PGR und KV von der ganzen Einrichtung. Im Bild v.l. Justinus Blaszczyk, Eva-Maria Decking, Alfred Dellwisch, Horst Stamm, Liesa Hallmann (Kita), Nicole Ziems, Monika Paege-Boss (Kita) und Anna Zdrojkowska-Sacher.

Beate Eggers, Alfred Dellwisch und Eva-Maria Decking hörten den Erklärungen von Melanie Wiegmann zu.

Johannes Ehrenbrink dankte seinerseits: „Wir wissen eure Arbeit zu schätzen. Wir sind dankbar, dass wir gerade dieses Team haben – mit dieser Leitung!“ Er sei in einem Vorgespräch selbst überrascht gewesen, „was bei euch alles läuft!“

Was alles läuft und wie professionell das Team sich engagiert, zeigt das lange Register der Fortbildungen und Qualifizierungen. Nur sie machen möglich, dass 65 Kinder individuell und zugleich gemeinschaftstiftend betreut werden. Diese Aufgabe gerät mitunter zu einem Kraftakt. Die Kinder halten sich mit ihren Problemen und Bedürfnissen nicht unbedingt an bundeseinheitliche Modellvorstellungen. Dann ist gut reflektierte Flexibilität gefragt.

Andrea Meschede begeisterte sich für einen reich bestückten Kinderkramladen.

47 der 75 Kinder haben einen Migrationshintergrund. Sie reden in ihren eigenen Muttersprachen und lernen zugleich Deutsch, intensiv angeleitet von mehreren Fachkräften für Sprachförderung und Integration. Tina Hardy: „Sprache ist der Schlüssel zur Welt.“

Eltern und Geschwister haben oft eigene Probleme und werden, wenn sie mögen, genauso intensiv begleitet wie die Kinder im Haus. Tina Hardy: „Wir haben immer die ganze Familie im Boot.“ Überhaupt gibt es ein dickes Maßnahmenpaket, um Familien einzubinden.

An manchen Abenden sind die Fachfrauen noch während ihrer Freizeit unterwegs und besuchen Familien. Der intensive Kontakt ist das A und O der vertrauensvollen Arbeit.

Erzieherin: Wegbegleiterin fürs Leben – die Tafel zeigt auf, was das bedeutet: von der Einschlafhilfe bis zum Geduldsengel (Überschneidungen nicht ausgeschlossen).

Aus der gemeinsamen Sitzung von PGR und KV machten die Fachfrauen mindestens eine kleine Sternstunde. Tina Hardy und Melanie Wiegmann steckten anhand einer gut gemachten Power-Point-Präsentation den großen Rahmen der Arbeit ab. Jede der anderen Frauen berichtete – teils ein bisschen aufgeregt, bestens versiert, gut vorbereitet und überwiegend frei gesprochen – aus einem Themenbereich ihres Alltags.

Das war erstklassig gemacht und zeigte: Hier ist ein Team am Werk, das aus individellen und kompetenten Frauen besteht. Das sind Valeska Blaszczyk, Esther Dusse, Liesa Hallmann, Tina Hardy, Fabia Ihnen, Sabrina Kramer, Tatjana Oldziejewski-Merkel, Monika Paege-Boss, Jamie Schäfer, Nadine Weber und Melanie Wiegmann.

Sie streiften  Dutzende von Aufgaben und Anforderungen – vom Zähneputzen über kindgerechte Mahlzeiten (mit Augenmerk auch auf Allergien und religiöse Speisevorschriften) bis hin zu musikalischer und anderer kreativer Arbeit, Vermittlung von praktischen Lebenskompetenzen, von Natur- und Lebenswelten, von verbindlichen Alltagsstrukturen und Regeln, desweiteren Trauerbegleitung und Krisenintervention…

Vor PGR und KV breiteten die Frauen ein lebendiges Bild dieser katholischen Einrichtung aus, in der ein großes Stück „Eine Welt“ gelebt wird.

Das umfasst nicht nur die Kinder und ihre Familien aus aller Herren Länder, sondern auch das dichte Netz, in dem das Haus arbeitet – von der katholischen Gemeinde übers Bistum bis hin zu Gesundheitsamt, Schulen, Mitmachmuseum Miraculum, Caritasverband, Hilfsvereinen wie Malteser und Subito und vielen mehr.

Monika Paege-Boss (3.v.l.) und Jamie Schäfer (ganz r.) erläutern die kreative Arbeit mit Kindern. Links im Bild zudem Tina Hardy und Liesa Hallmann.

Reichlich Kuschelecken für den Mittagsschlaf.

Jedes Kind hat seine eigene Tasche – mit eigenen Kuscheltieren, Schnullern oder Schmusedecken. Tatjana Oldziejewski-Merkel zeigt sie Anne von Ohr und Hans Lüken.

Deutlich wurde an diesem Abend auch, dass die Arbeit nicht nur Sonnenseiten kennt. Natürlich ist die Dokumentation nah an der Entwicklung jedes einzelnen Kinds wichtig, frisst aber längst einen Großteil der Arbeitszeit weg. Da bleiben bei 75 Kindern im Schnitt pro Schützling 2,3 Minuten ganz individueller Zuwendung pro Tag.

Herzlich lud Tina Hardy daher die Gremienmitglieder ein, zwischendurch mal ins Haus für Kinder und Familien zu kommen, selbst ein Stück Alltag zu erleben und – noch lieber – sich einzubringen wie Vorleseoma Renate Holzbach. Aufgaben gibt es reichlich, z.B. Basteln mit den Kindern, Gartenarbeit oder Tätigkeiten in der Hauswirtschaft.

Das Team ist dankbar für Hilfe, und sei es für eine einzelne Stunde. Tina Hardy: „Schaut rein. Ihr werdet überrascht sein!“

Deutlich wurde während der Sitzung zudem, dass das Haus – bei allem „interreligiösen Tun“ – eine katholische Einrichtung ist. Tina Hardy, die wie Melanie Wiegmann speziell religionspädagogisch ausgebildet ist, sprach von einer „wertgebundenen Orientierung“ für alle Kinder.

Melanie Wiegmann sagte: „Wir wollen schon mit den Kleinsten Gott erleben.“

Katholische Feste und Anliegen werden wie selbstverständlich mit den Kindern erarbeitet, jüngst z.B. die Fastenzeit.

Melanie Wiegmann erzählte, wie sie mit den Kindern über das Fasten gesprochen hat. „Was ist das?“, fragten sie. „Verzichten.“ Für die Kinder war das keine große Sache. Sie gingen gleich weiter und beschlossen, was sie bis Ostern in dieser Sache unternehmen wollten: „Wir verzichten freitags auf Nachtisch.“

Dann kam doch noch ein Einwand: „Aber nicht auf Schokolade.“

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Zum Weiterlesen: Informationen auf dieser Webseite.

Sie beantworteten versiert die Fragen ihrer Gäste: Esther Dusse, Fabia Ihnen, Nadine Weber und Sabrina Kramer. Sie und ihre Kolleginnen „brennen für das Haus“.

Reger Austausch schon während des Rundgangs: im Bild Andrea Meschede, Nadine Weber (Kita) und Nicole Ziems.

Tina Hardy zeigt die Sanitärräume, ganz zugeschnitten auf kleine Leute.

Die Kita-Belegschaft mit bester Laune bei einem Sommerausflug (nicht dabei Monika Paege-Boss).

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