Toller Endspurt: Laster für Litauen fertig gepackt

Heißa, das war eine Plackerei! Bereits am Mittwoch begannen zwei Malteser-Männer, schweres Material für Litauen herbeizuschaffen – pardon für die Beschreibung: sündhaft schweres Material.

Früh am Morgen steuerten die beiden Ludgerus-Oldys Hans Lüken und Horst Stamm einen Laster zum ehemaligen Sankt-Willehad-Hospital nach Wilhelmshaven. Das Haus wird in ein Seniorenheim umgewandelt. Viel kostbares Material stand vor der Verschrottung. Dabei ist es noch wunderbar einsetzbar. Zum Beispiel in Litauen.

Eigentlich hatten Hans und Horst nur ein paar Stündchen eingeplant. Doch als sie sahen, was zur Verfügung stand, packten sie, unterstützt von einem kleinen, feinen Mechanikerteam des Hauses, kurzentschlossen ihren 7,5-Tonner voll bis unter die Dachplane – die Freude der Litauer immer vor Augen.

Geburtsbett vor Zerlegung und Abtransport. Foto: Markus Husen

Die größte Herausforderung war ein Geburtsbett, das durch keine Tür ging. Sie zerlegten es schweißtreibend in mehrere Teile, wuchteten das größte unter ihnen in einen Aufzug, bekamen die Tür nicht zu, zogen, ruckelten, fluchten, hoben, beschworen, drückten und hatten es plötzlich überraschend drin, da streikte der Aufzug. Die Fracht war zu schwer. Hans und Horst traten aus, ein Mechaniker blieb drin, und endlich schwebte das Ganze ins Erdgeschoss.

Sehr gute Krankenhausbetten, zudem in Litauen heiß begehrte Nachtschränkchen und viel an medizinischem Kleingerät wechselten vom Zustand des Ausgemustertseins in den Zustand weiterer Verwendung.

Kurz erwähnt sei noch, dass die Unseren keine Probleme gehabt hatten, das Gebäude in Wilhelmshaven zu finden. Im Haus selber gingen sie vorübergehend verloren. Sie waren aus Versehen eine Etage zu tief gefahren und im ehemaligen Luftschutzbunker gelandet, der unter dem Hospital liegt. Sie verfransten sich in den endlosen Gängen. Handyortung war nicht möglich, die Wände ließen keine Signale durch. Aus der Tatsache, dass der Laster Mittwochabend vollgepackt in Aurich ankam, dürfen wir schließen, dass die beiden dem Labyrinth entronnen sind.

Morgens um 8 Uhr hatte der Tag für Hans und Horst begonnen. Um 19 Uhr, nach elf Stunden Plackerei für die beiden vielleicht ältesten Anpacker von St. Ludgerus, war der Einsatz beendet. Nicht nur die schmerzenden Knie meldeten, dass sie an diesem Tag tonnenweise Material getragen hatten. Alfred Dellwisch, der den Kontakt nach Wilhelmshaven hergestellt und den Einsatz vorbereitet hatte, dankte den beiden Männern herzlich.

Weiter ging es mit Einsätzen auch anderer Anpackerinnen und Anpacker, Malteserinnen und Malteser von Donnerstag bis Samstag. Viel Material musste noch zusammengeholt werden, darunter palettenweise Lebensmittel, die von den „österlichen“ Kollektengeldern finanziert werden konnten.

Liebevoll bestückte Säcke: Geschenke für litauische Freunde.

Am VoSt-Lager herrschte Freitag und Samstag buntes Treiben. Viele Hände halfen, das kostbare Material unter Leitung der beiden Packmeister Patrick Blaes und Horst Stamm in einem 40-Tonner und einem 7,5-Tonner zu verstauen. Für Aufsehen sorgte Patrick, der es schaffte, mit der Ladefläche eines weiteren, zwischenzeitlich eingesetzten und voll gepackten 7,5-Tonners so akkurat rückwärts an die Ladefläche des 40-Tonnen-Auflegers heranzufahren, dass beide millimetergenau aneinandergerieten und die Fracht vom kleinen Laster ohne großen Kraftaufwand in den großen Aufleger geschoben werden konnte.

Schwester Myrta hatte auch noch Ware für Litauen beigesteuert, u.a. dieses Kreuz für Schwester Jolanta, das Schwester Steffi in Decken einschlug.

Samstagmittag waren Betten, Schränke, Sofas, Stapelstühle, Seminartische, Hygieneartikel, Lebensmittel, Spielsachen und noch viel, viel mehr bestmöglich verstaut.

In diesem Text sind bei weitem nicht alle Helferinnen und Helfer genannt. Allen gilt ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz teils über Wochen, gerade auch in der Vorplanung. Seit langem gehen immer wieder E-Mails zwischen Deutschland und Litauen hin und her, um alles bestmöglich zu organisieren.

Besonders erfreulich: Unter den Helfenden waren wie im Vorjahr mehrere Jugendliche. Einige von ihnen fahren ab Montagnacht mit nach Litauen. Sie sind eine Bereicherung für die ganze Aktion.

Text und Fotos: Delia Evers

Auch junge Leute halfen kräftig mit, im Bild von hinten Elia und Sven, im Laster Markus, der tüchtig die Zähne zusammenbiss.

 

Ein Haufen Stapelstühle und Seminartische wanderte von Hand zu Hand in den Aufleger. Sven und Elia verstauten sie mit gutem Überblick. Die Turmflüsterin hatte zuvor all jenen, die die Sitzmöbel herbeitrugen, „guten Stuhlgang“ gewünscht.

Ein Teil des Freitag-Packteams.

Zwischendurch gabs eine Kaffeepause. Besonders am Samstag sorgte Marlies Weinmann (ganz rechts) wieder für leckere Schnittchen, Tee und Kaffee. Mit im Bild v.l. Kwizera Deus Dedith, der mit gutem Auge und viel Kraft an der Packaktion beteiligt war, zudem Hildegard Lüken und Patrick Blaes.

Später kamen noch die Wiesmoorer mit einem Bulli voll Fracht, u.a. mit Rita (samt Bettzeug). Außerdem im Bild Patrick, Josua, Sven und Kwizera Deus Dedith.

Abstimmung bei Elia – mit Sandra, Doreen und Sven.

Und zu guter Letzt kam Freitag noch Onno Kromminga mit seiner Maschine angeknattert. Er wird zusammen mit Didi Hinrichs, Patrick Blaes und Hilmar Wendeling die beiden Laster sicher nach Litauen und zurückbringen.

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