Von haltbaren Brimbeeren und Grünkohlessen

Am 20. Februar trafen sich die Klüngeltüngels zum jährlichen Grünkohlessen – zum fünften Mal! Ein Grüppchen, das gut laufen konnte und Zeit hatte, startete um 17 Uhr am Bonihaus-Parkplatz und spazierte…

… den schönen Weg am Kanal entlang zur Gaststätte Kukelorum. Unterwegs sorgte Marlies für Durst stillende, Appetit anregende und sehr beliebte Getränke.

Weitere Klüngeltüngels, die in Kanalnähe wohnen, wollten unterwegs zustoßen und das Grüppchen zunehmend bevölkern. Das war gar nicht so leicht für diese „Seiteneinsteiger“. Denn woher sollten sie wissen, ob die Bonihaus-Starter noch im Anmarsch oder schon vorbeigezogen waren. Uli und Dieter lösten die Herausforderung beredt. Sie interviewten Radfahrer, die aus Richtung Aurich kamen: „Habt ihr unterwegs eine Ansammlung von Fußgängern gesehen?“

Schnell gab es einen Volltreffer. Ein Radler erzählte mit offenkundiger Freude in den Bäckchen, er sei an einer Sitzbank vorbeigekommen. Da hätten sich ein paar Leute bester Laune mit trinkbaren Gütern gemütlich versammelt. Uli und Dieter eilten dieser schönen Aussicht entgegen und profitierten von der Braukunst der „Mitläuferin“ Marlies.

Marlies packte ihren Rucksack aus und förderte viele Früchte zu Tage, die zwecks besserer Haltbarkeit eingelegt waren: vor allem köstliche Brimbeeren, grüne und braune Walnüsse. Mit im Bild die Mitglieder des Grüppchens, das bereits ab Bonihaus gelaufen war: v.l. Horst, Elisabeth und Hildegard am Kanal.

Als das zur Gruppe gereifte Grüppchen die Zielgaststätte erreichte, saßen schon viele Hungrige an schön gedeckten Tischen und warteten.

Es dauerte nicht mehr lange, bis das Essen auf die Tafel kam: sehr leckerer Grünkohl mit allem, was so dazu gehört. Und es gab reichlich! Keiner musste hungrig aufstehen. Wobei das mit dem Aufstehen ohnehin noch lange dauerte, denn es war einmal mehr eine sehr gesellige, gut gelaunte Runde.

Nach dem Essen lud Hildegard zu einem gemeinsamen Rückblick auf die vergangenen Jahre ein: Seit November 2014 gibt es diese Gruppe, zunächst unter einem anderen, sehr sperrigen Namen. Seit Februar 2015 nennen sich die Mitglieder Klüngeltüngels, entstanden beim Kohlessen in eben diesem Lokal.

Ein Teil der Klüngeltüngels im Kukelorum.

Und noch ein Teil.

Und Teil III.

Jeder und jede konnte sich an unterschiedliche Unternehmungen erinnern. Da wurde klar, wie viele schöne und wichtige Ziele schon angefahren und angegangen worden sind: Kunst-Ausstellungen, Städte (einmal samt Grachtenfahrt), KZ-Gedenkstätten, Schlösser, Naturschutzgebiete wie Urwald und Ewiges Meer, Speiserestaurants und vieles andere.

So konnten an den einzelnen Tischen Erinnerungen an die gemeinsam verbrachten Stunden ausgetauscht und die „neueren“ Klüngeltüngels umfassend informiert werden.

Zudem gab es lebhafte Diskussionen über das gemeinsame Dach: die Kirche samt der Themen, die gerade in aller Munde sind und durchaus Scham sowie Rechtfertigungsdruck bei Mitgliedern erzeugen, darunter der Missbrauchskandal und struktureller Machtmissbrauch.

Insgesamt war es ein lebhafter, vorwiegend fröhlicher Abend, an dem auch Planungen für die nächsten „Zwanzigsten“ gemacht wurden.

Am 20. März steht ein Besuch der Klüngeltüngels in der Gnadenkirche Tidofeld auf dem Programm, eine Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Norddeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Gnadenkirche gibt es z. Zt. eine Sonderausstellung „Alles brannte“. Sie erinnert an die Judenverfolgung in unserer Heimat.

Text: Hildegard Lüken und Delia Evers, Fotos: Hildegard Lüken (im Kukelorum), Delia Evers (am Kanal)

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