Mitten im Wandel – und doch getragen
Liebe NeuAuWieWittler, liebe Gäste,
manchmal denke ich: Das Evangelium sucht sich seine Stellen ja nicht zufällig aus. Am Sonntag starten wir in die neue Firmvorbereitung – und das Evangelium überrascht uns mit einer Rede Jesu über… na ja… eher stürmische Zeiten. Zerstörte Tempel, Chaos, Krisen, Stress. Genau das, was man hören möchte, wenn man junge Menschen auf einen Weg des Glaubens einlädt.
Und trotzdem: Es passt erstaunlich gut.
Denn Jesus sagt in diesem Evangelium nicht:
„Es wird alles leicht.“
Sondern eher:
„Es lohnt sich trotzdem.“
Die Jünger sind beeindruckt vom Tempel – von dem, was glänzt, groß wirkt, beeindruckt. Jesus schaut tiefer: Er zeigt ihnen, dass das, was wirklich trägt, nicht aus Stein besteht, sondern aus Vertrauen. Aus Mut. Aus einem Herzen, das nicht gleich den Rückzug antritt, wenn die Welt einmal nicht Instagram-tauglich aussieht.
Und da musste ich schmunzeln, denn:
Genau so beginnt auch jede Firmvorbereitung.
Nicht mit Perfektion, nicht mit fertig formuliertem Glauben, sondern mit echten Fragen. Mit Unsicherheit. Manchmal auch mit: „Warum muss ich da überhaupt hin?“ oder „Was bringt mir das eigentlich?“ – und das ist völlig okay.
Jesus sagt im Evangelium:
„Behalte Vertrauen, wenn’s schwierig wird. Halte durch – denn du bist nicht allein.“
Und das gilt für uns als Gemeinde ebenso wie für die Jugendlichen, die jetzt mit uns ihren Weg zur Firmung beginnen. Firmvorbereitung heißt nicht, dass wir alles schon wissen müssen. Es heißt: Wir machen uns gemeinsam auf den Weg. Wir suchen. Wir fragen. Wir entdecken. Manchmal stolpern wir. Manchmal staunen wir. Und am Ende steht ein Glaube, der nicht nur glänzt, sondern hoffentlich auch trägt.
Vielleicht ist das die schönste Verbindung zwischen Evangelium und Firmstart:
Nicht der perfekte Tempel macht den Glauben stark,
sondern Menschen, die sich auf den Weg machen – Schritt für Schritt.
Mit Mut. Mit Humor. Und mit Gott an ihrer Seite.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen Sonntag, der uns alle ermutigt, Neues zu beginnen – auch wenn wir nicht wissen, wie alles ausgeht.
Und den Jugendlichen sage ich: Schön, dass wir starten!
Wir haben keinen Tempel aus Gold, aber wir haben euch – und das reicht völlig.
Herzlichst
euer Daniel










