17.08.25 | Sonntagsgruß von Kerstin

„Und… Action!“ – Was Improtheater mit Glauben zu tun hat

Das erste Wochenende nach den Ferien – ein guter Moment, um neu zu starten. In Schule, im Beruf, in der Gemeinde. Wieder in den Rhythmus kommen, wieder ins Miteinander finden. Vielleicht auch: wieder mutig sein. Und dabei fiel mir eine besondere Erinnerung ein.

Vor etwa zwei Jahren haben wir in einer Frauengruppe an einer Fortbildung teilgenommen, die uns nachhaltig beeindruckt hat. Es ging um Improvisationstheater – also Theaterspielen ohne Skript. Spontan, ungeplant, ohne zu wissen, was als Nächstes passiert. Wir waren anfangs skeptisch. Theater? Wir? Aber dann wurde gelacht, ausprobiert, improvisiert – und am Ende waren wir alle begeistert.

Drei einfache Regeln aus dem Improtheater sind mir besonders hängen geblieben. Und ich finde: Sie passen nicht nur auf die Bühne, sondern mitten ins Leben – gerade jetzt, wo vieles neu beginnt.

Sag Ja.
Im Theater heißt das: Ich nehme das an, was mir begegnet – auch wenn es unerwartet ist. Ich widerspreche nicht, sondern gehe mit. Im Leben kann das heißen: offen sein, statt vorschnell Nein zu sagen. Erstmal Ja zu einer Idee, zu einem Menschen, zu einem Neuanfang.

Sag Ja – und…
Also nicht nur zustimmen, sondern mitgestalten. Im Improtheater bringt jede und jeder etwas ein. So entsteht gemeinsam eine Szene, die vorher niemand kannte. Auch im Alltag kann aus einer kleinen Idee etwas Neues wachsen – wenn man sich einbringt.

Mach den anderen groß.
Im Spiel heißt das: Ich lasse mein Gegenüber glänzen. Ich helfe weiter, wenn jemand ins Stocken gerät. Auch im Leben tut es gut, wenn wir einander nicht klein halten, sondern das Gute im anderen groß werden lassen.

Für mich haben diese Prinzipien nicht nur mit Theaterspiel zu tun. Sie erzählen von christlicher Spiritualität. Eine Gemeinschaft, die Ja sagt, mitgestaltet und einander groß macht – das ist eine Gemeinschaft, in der man aufblühen kann. Weil Gott das auch mit uns tut: Er sagt Ja zu uns und will, dass wir wachsen.

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Start nach der Ferienzeit – mit kleinen Impro-Momenten – überraschend, lebendig und getragen von einem großen Ja.

Herzlichst, Kerstin