2020-06-30 | Meine liebste Beschäftigung…

Heute steigt die Turmflüsterin zum allerletzten Mal die Stufen hoch, um ein bisschen zu flüstern. Ihr merkt es schon: Es riecht nach Abschied. Natürlich ist der Gesamtüberblick in höheren Gefilden enorm…

… doch manchmal fühlt es sich oben im Turmhals durchaus eng und mitunter sogar einsam an.

Ich hänge an diesem Turm, den mein – verstorbener – Martin und ich 2012 zum ersten Mal hochgeklettert waren und den wir fortan für unsere digitalen „Funksprüche“ nutzten. Meist waren es kleine und immer persönliche Botschaften, Anregungen, Grüße, Glossen, Gebete und Bitten. Wie oft haben Leserinnen und Leser uns zu diesen Funksprüchen geschrieben, besonders zu den lustigen!

Heute danke ich für all diese Verbundenheit, für all die lieben, stärkenden und oft weiterführenden Kontakte. Von Beginn an haben viele Menschen unsere Arbeit für die – von uns völlig neu konzipierte – Webseite begleitet. Sie haben eigene Texte und Fotos eingereicht und Themen angeregt. Sie haben die Webseite mit Leben gefüllt und zu einem starken Medium in der Pfarreiengemeinschaft gemacht. Vor allem haben sie neuauwiewitt.de hunderttausendfach als Quelle genutzt.

Meine liebste „Beschäftigung“ in den acht Jahren ehrenamtlichen Tuns: die Begegnung mit Menschen aus Neuauwiewitt in Porträt-Gesprächen. Einige Male hörte ich zu Beginn solcher Interviews den Satz: „Ich hab doch gar nichts zu berichten.“ Immer war der Satz  schnell widerlegt. Die Menschen erzählten und erzählten. Hergeschenktes Vertrauen!

Am liebsten würde ich noch jede und jeden in Neuauwiewitt porträtieren, der dies gern wollte. Aber meine Zeit als Turmflüsterin geht Punkt Null Uhr in dieser Nacht zu Ende. Am 8. Mai habe ich vor den Gremienvorständen meinen Abschied aus allen Ämtern und aus der Webseiten-Verantwortung erklärt.

Denen, die jetzt meine Mandate bzw. meine Arbeit in den Gremien, in Ausschüssen und an der Webseite übernehmen, wünsche ich aus friedvollem Herzen allzeit frohes Schaffen und Gottes reichen Segen!

Ich bleibe Mitglied meiner Gemeinde. Ich werde weiterhin in den Reihen der Klüngeltüngels und der Malteser die Grünkohl-Verächterin geben, werde Menschen in inniger Begegnung nahe sein und mich in der Theaterfamilie Gassenhauer zu Hause fühlen. Allein in bindende Strukturen flechte ich mich nicht mehr ein.

Es zieht mich hinaus aus dem Turm über der Kirche. Ich möchte in neuer Freiheit neue Wege gehen – Seit an Seit mit meinem guten Gefährten Horst,

sagt herzlich eure
Turmflüsterin

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