Aufbruch im Nebel – und Gott geht mit
Moin,
in der vergangenen Woche war ich mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern in unserem Dekanat Ostfriesland für zwei Tage im Evangelischen Bildungszentrum Ostfriesland-Potshausen. Schwerpunktthema war der Dekanatsprozess, der uns in den kommenden zwei Jahren beschäftigt. Freitag, vor einer Woche haben sich die Mitglieder der AG der Pfarrgemeinderäte (aus jedem Pfarrgemeinderat Ostfrieslands ist dort eine Person vertreten) getroffen und ebenfalls Informationen zum Ablauf dieses Dekanatsprozesses erhalten.
Dazu habe ich das Evangelium vom Sonntag mir für diesen Sonntagsgruß genommen. Die Zeilen im Lukasevangelium (Lk 23,35b–43) lassen sich sehr gut mit dem gestarteten Dekanatsprozess verbinden, der vor Ort den gemeinsamen Aufbruch in eine ungewisse Zukunft markiert.
Wie der Verbrecher am Kreuz stehen wir als Kirche und Gemeinden am Scheideweg: Die alten Sicherheiten schwinden, neue Wege zeichnen sich nur vage ab – und trotzdem geht es los. Der Dekanatsprozess lädt ein, gemeinsam den Wandel zu wagen: nicht mit fertigen Fahrplänen, sondern mit viel Offenheit für das, was Gottes Geist in uns und zwischen uns bewegen will.
Wie die Menschen um Jesus am Kreuz, fragen auch wir: „Kann uns Gott jetzt wirklich helfen? Gibt es Trost, wenn so vieles schwindet?“ Die Antwort Jesu auf die kleine, ehrliche Bitte „Denk an mich“ ist kein Versprechen einer glatten Zukunft, aber ein Zuspruch seiner Nähe – trotz aller Unsicherheit.
Denn wie der Verbrecher beginnen wir mit wenig: nicht mit perfekten Lösungen, nicht mit Wissen, sondern mit der demütigen Bitte „Denk an mich – denk an uns!“ Wir sind herausgefordert, zu vertrauen, dass Gott gerade im Ungewissen die Wege mitgeht. Offen sein für Gottes Wirken – auch da, wo wir Angst vor Verlust, Schrumpfung, Veränderung spüren. Und ehrlich bekennen, dass wir unsere Situationen in den Kirchengemeinden neu bewerten müssen: mit geringerem Personal, weniger Geld, weniger Menschen – aber vielleicht mit mehr Herz und Kreativität.
Die Zusage Jesu „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ schenkt Trost: Er kommt uns entgegen, auch wenn unser Weg im Nebel liegt. Für den Dekanatsprozess bedeutet das: Auch in aufbrechender und ungewisser Zeit ist Gottes Gegenwart heute spürbar. Unser Mut zum Aufbruch wächst aus dem Vertrauen, dass Gott uns nicht vergisst – egal, wie bescheiden unser Anfang ist. Gott begleitet uns!
Impulsgebet für den Weg
„Jesus Christus,
Du gehst den Weg mit uns,
wenn wir aufbrechen müssen
– ohne Sicherheiten und klare Pläne.
Schenke uns den Mut,
ehrlich um Deine Nähe zu bitten,
auch dort, wo wir nicht wissen,
wie es weitergeht.
Begleite unseren Dekanatsprozess:
Lass Deine Zusage unser Herz stärken,
damit wir gemeinsam vorwärtsgehen
in eine Zukunft, die Du schenkst –
heute, morgen und in Deinem Geist.
Amen.“
Lasst uns den Dekanatsprozesses als Einladung verstehen, den Weg ins Ungewisse gemeinsam und im Vertrauen auf Gottes Unterstützung wagen.
Ihr und euer
Dennis Pahl
P.S. Wer etwas mehr Informationen über die Dekanatsprozess haben möchte, findet sie hier: https://www.moin-kirche.de/dekanatsprozess-ostfriesland/










