26.07.25 | Verstehen ohne viele Worte
Manchmal reicht ein Lächeln, ein Nicken, ein offener Blick, ein Mensch neben mir – und wir verstehen uns, ohne dass ein einziges Wort fällt. Aber es ist nicht immer so leicht, denn oft sprechen wir verschiedene Sprachen. Nicht nur Deutsch, Litauisch oder Platt. Auch die Sprache des Alters, der Erfahrung, der Prägung, der Verletzung.
Wie verständigen wir uns dann?
In der vergangenen Woche waren Freundinnen und Freunde aus Litauen zu Besuch. Damit war ausreichend Zeit vorhanden, „Verstehen ohne viele Worte“ zu lernen. Im Ergebnis geht es mit Geduld, mit Neugier, mit dem Willen, wirklich zu hören. Verstehen beginnt nicht im Kopf – sondern im Herzen. Gerade dann, wenn Gemeinschaft nicht selbstverständlich ist, wenn jede und jeder seinen Platz sucht, seinen Sinn, seinen Halt. Dann ist spürbar: Gemeinschaft ist nicht Luxus, sondern Lebenselixier.
Kirche, Verein, Nachbarschaft, Familie, Freundeskreis – sie alle können Räume sein, wo wir auftauen, aufblühen, aufeinander achten, wo wir nicht allein durch den Alltag stolpern, sondern einander tragen. Sich verstehen – auch ohne dieselbe Sprache – das ist möglich, wenn wir bereit sind, einander wirklich zu begegnen. Und wer sich auf die Suche nach echter Gemeinschaft macht, wird oft überrascht – und manchmal sogar beschenkt, z.B. mit echter litauisch-deutscher Herzlichkeit.
Einen gesegneten Sonntag allen Leserinnen und Lesern, Andreas Robben










