High Tech an der Ems

An ihrem Augusttermin machten sich 16 Klüngeltüngels auf um ein Meisterwerk der Technik, das Emssperrwerk in Gandersum, zu erkunden.

Die Gästeführerin Christa Smith begrüßte sie auf dem Parkplatz und führte sie in einen Raum des Besucherzentrums, wo sie zunächst einen interessanten historischen Überblick über die geographischen Veränderungen und Entwicklung der Landschaft gab. Es war ein ständiger Kampf mit der See. Im Laufe der Jahrhunderte mussten die Deiche immer wieder verschoben werden, weil Land gewonnen und bei Sturmfluten wieder verloren wurde.

In einer Filmvorführung wurde den Klüngeltüngels dann die Entstehung des Sperrwerkes gezeigt. So konnte die Gruppe mit verfolgen, wie dieses gigantische Bauwerk, ein faszinierendes Beispiel hiesiger Ingenieurskunst, entstanden ist.

An der Fertigstellung waren in 1. Linie Firmen aus der näheren Umgebung beteiligt, und trotz eines Baustopps, wegen etlicher Klagen gegen die Errichtung des Sperrwerkes, wurde der Bau in relativ kurzer Zeit vollendet.

Im Jahre 1995 wurde mit dem Bau begonnen und im September 2002 nahm eines der größten und modernsten Sperrwerke in Europa seinen Betrieb auf.

Im Bereich des Sperrwerks beträgt der Abstand zwischen dem Nord- und dem Südufer der Ems 1040 m. Das 476 m breite Bauwerk ist durch Anschlussdeiche mit den Hauptdeichen verbunden, hat insgesamt sieben Öffnungen und erfüllt zwei Hauptaufgaben: Schutz vor Sturmfluten und das Aufstauen der Ems für Schiffsüberführungen.

Der Schutz vor Sturmfluten an der Ems und im Leda-Jümme-Gebiet wird durch das Emssperrwerk erheblich verbessert. Wenn es geschlossen ist, können Wasserstände bis zu einer Höhe von 3,70 m über NN aufgehalten werden und dringen nicht mehr flussaufwärts vor. Dadurch wird ein wesentlich besserer Schutz für die Deiche gewährleistet als vor dem Bau. Das Sperrwerk hat sich als Küstenschutzbauwerk längst bewährt. Im Laufe seines Betriebes wurde es inzwischen neunzehn Mal aus Sturmflutgründen geschlossen.

Bis zur Inbetriebnahme des Stauwerks konnten auf der Ems nur Schiffe bis zu einem Tiefgang bis 6,30 m verkehren. Heute können während einer kurzen zeitlich begrenzten Stauung die großen Kreuzfahrtschiffe bis zu einem Tiefgang bis 8,50 m von der Meyer-Werft in Papenburg bis nach Emden überführt werden.

Dadurch dient das Emsstauwerk auch der Arbeitsplatzsicherung in der Region.

Schnell waren die 1 ½ Stunden vergangen, die Frau Smith für ihre Führung eingeplant hatte, und alle Teilnehmer mussten die vielen Informationen erst einmal verarbeiten. Zeit für Kaffee und Kuchen in der Gaststätte „Bei Cassi“ in Rorichum.

Am 20. September machen die Klüngelltüngels einen Stadtspaziergang mit Manfred Albrecht.

Text: Elisabeth Funke
Fotos: Hildegard Lüken