Kriminalkommissarin zu Besuch bei den Klüngeltüngels

Am 20. November hatten die Klüngeltüngels die Kriminalkommissarin Sabine Kahmann zu Gast. Sie ist Beauftragte für Kriminalprävention und Opferschutz  bei der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund und informierte unter dem Titel „Im Alter sicher leben“ über verschiedene Betrugsmaschen und praktische Schutzmaßnahmen.

Der Vortrag stieß auf großes Interesse: der Saal des Boni-Hauses war gut gefüllt,  als die Veranstaltung mit Kaffee, Tee und Krintstuut begann.

Mit Blick auf die Jahreszeit, in der bald überall die Weihnachtsmärkte eröffnet werden, begann Frau Kahmann ihre Ausführungen mit dem TASCHENDIEBSTAHL. Der findet gerne an belebten Orten wie Bahnhöfen, (Weihnachts)-Märkten, Geschäften  oder in öffentlichen Verkehrsmitteln statt. Die Täter arbeiten oft zu mehreren, nutzen Gedränge und Ablenkung. Deshalb sollte man Koffer oder Taschen nie aus den Augen lassen, Wertsachen und Geld verschlossen am Körper, Rucksäcke vor dem Körper und Taschen mit der Öffnung zum Körper tragen und bei Gedränge bewusst Abstand schaffen.

Eine bekannte Betrugsmasche ist der ENKELTRICK.  Hier geben sich die Täter   oft als Enkel aus und schildern eine erfundene Notlage um das Opfer zur Herausgabe von Geld oder Wertsachen zu veranlassen. Die Kommissarin betonte, dass die Täter psychischen Druck aufbauen und oft sehr glaubwürdig klingen.  Ihr Rat: NIEMALS  auf Geldforderungen eingehen, die am Telefon  erfolgen. In  jedem Fall  sollte man mit dem Angehörigen unter der bekannten Telefonnummer Kontakt aufnehmen.

Bei dem sogenannten SCHOCKANRUF  geben die Täter sich als Familienmitglied aus und behaupten, einen schweren Unfall verursacht zu haben und der Verunfallte befinde sich in einer lebensbedrohlichen Situation.  Um angebliche Medizin-  oder Anwaltskosten zu decken, erfolgen auch hier Geldforderungen. Die Täter erzeugen Panik um die Opfer zu überstürztem Handeln zu verleiten. Frau Kahmann erklärt, dass  Behörden bei realen  medizinischen oder polizeilichen Vorfällen NIEMALS telefonische Geldforderungen stellen würden.

Eine andere Betrugsmasche ist der FALSCHE POLIZIST, der Geld und Wertsachen sichern will. Eine Teilnehmerin berichtete von dem Anruf eines Polizeibeamten, der ihr mitteilte, dass es in ihrer Straße mehrere Einbrüche gegeben hätte und sie fragte, ob sie irgendwelche Beobachtungen gemacht hätte. Als sie dieses verneinte, sagte er, dass zwei Täter gefasst worden seien, und dass bei ihnen eine Liste gefunden wurde, auf der ihr Name steht. Da die Betroffene schon von dieser Masche gehört hatte, beendete sie hier das Gespräch und legte den Hörer auf.

In einem Film wurde der Gruppe gezeigt, was passiert, wenn man diesen falschen Polizisten auf den Leim geht. Die ältere Dame im Film hat dem Polizisten geglaubt, dass er ihre Wertsachen und Bargeld vor einem geplanten Einbruch  in Sicherheit bringen würde. Sie hat alles zusammengepackt, es ihm übergeben und nie wieder gesehen. Laut Frau Kahmann würde  die Polizei NIEMALS irgendjemanden auffordern ihnen  Wertgegenstände und Bargeld auszuhändigen.

Die Kommissarin warnt die Gruppe immer wachsam und misstrauisch zu sein, wenn es um Geldforderungen jedweder Art geht, aber auch vor Betrügern, die sich Zugang zum Haus verschaffen wollen, getarnt als Z.B. Handwerker oder Mitarbeiter des Wasser- und Energieversorgers. Man sollte niemanden unangekündigt in die Wohnung lassen, Dienstausweise sorgfältig prüfen und ggf. im Zweifel bei der entsprechenden Institution anrufen. Hilfreich sind auch Spione und Sicherheitskette.

Der Vortrag verdeutlichte eindrucksvoll, wie professionell und geschickt Betrüger vorgehen. Gleichzeitig wurde klar, dass sich viele Taten durch Aufmerksamkeit, gesundes Misstrauen und klare Verhaltensregeln verhindern lassen. Die Teilnehmer waren dankbar für die anschaulichen Beispiele und praxisnahen  Hinweise von Frau Kahmann und bedankten sich mit Applaus.

Am 20. Dezember treffen sich die Klüngeltüngels wieder im Boni-Haus zur Adventsfeier.

Herzliche Einladung an alle!

Text: Elisabeth Funke