Gemeinde-Reisetag 1: Kaputte Nase im richtigen Hotel

Eine Busladung voll reiselustiger Neuauwiewitter ist Montagabend wohlbehalten in Trier angekommen. Nach den ersten kleinen Abenteuern im Hotel kletterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehr oder weniger spät ins Bett.

Sie hatten nach der Ankunft gerade ihre Koffer ausgepackt, da machte eine merkwürdige Nachricht die Runde: „Wir sind im falschen Hotel.“ Das richtige liege mitten in der Stadt und nicht wie das angesteuerte Haus „jenseits der Bahn“. Für den nächsten Tag sei ein Umzug kaum zu vermeiden.

Schnell stellte sich heraus, dass doch alle schon im richtigen Hotel und zudem jenseits der Bahn logieren. Wir dürfen sicher davon ausgehen, dass die Unseren sich bis Montag kommender Woche nicht davon abbringen lassen werden, sich die Stadt trotzdem zu erobern. Außerdem ist ja der Fischerbus mit Neuauwiewitt-Spezialfahrer Thomas Baron samt Bordgastronomin Steffi Baron zur Stelle, die Wünsche schon erfüllen, ehe sie nur gedacht sind.

Das erste Abendessen machte ebenfalls einen guten Eindruck. Eine mitreisende Dame fehlte allerdings. Sie wurde ein heftiges Nasenbluten aus heiterem Himmel auch nach anderthalb Stunden nicht los und musste die Notaufnahme des Klinikums „Mutterhaus der Borromäerinnen Mitte“ aufsuchen. Sie erfuhr mustergültige Hilfe voll Zuwendung und Behandlungsqualität. Die Dame spürte das fürsorgliche und christliche Menschenbild dieses Hauses. Es steht in Trägerschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Karl Borromäus (bei der Gelegenheit ein lieber Gruß an einen anderen Carl Borromäus in Wittmund).

Binnen Halbstundenfrist war ein Riss in der Nasenschleimhaut nach dreimaliger Verödung verkleistert, die Nase mit weißen Klebstreifen elegant verschönt und die Patientin entlassen. Die freundliche Bedienung vom Hotel (jenseits der Bahn) reichte das Abendessen nach, und draußen wurde die erfolgreiche OP noch ein bisschen mit anderen Reisegästen gefeiert.

Als Wolfgang (der W. von der Rosi und nicht der W. von der Renate) bei der resoluten Kellnerin für Marlies ein Bier orderte, fragte die Bedienung tiefernst bei Marlies nach: „Wollen Sie wirklich noch ein Bier oder wird es Ihnen von diesem Herrn aufgezwungen?“

Die Gesellschaft lachte schallend. Die Kellnerin beharrte hochlobenswert darauf, sie müsse sicher sein, dass jeder nur das bekomme, was er wolle. Und Marlies bestätigte, dass sie tatsächlich wolle, was sie, bitteschön, gleich bekomme.

Marlies war übrigens zuvor schon aktiv geworden, nachdem sie bei der Inspektion ihres Zimmers festgestellt hatte, dass es ohne Kühlschrank auskommen muss. Sie eilte zur Rezeption, sprach die Unentbehrlichkeit eines solchen Gerätes an und bekam flugs die Zusage: „Bis zum Abend haben Sie einen Kühlschrank auf Ihrem Zimmer. Der gehört zum Service dazu.“

Die kleine Runde, die wegen der erfolgreichen OP noch in ausgeprägter Feierlaune beisammensaß, sponn die Sache weiter: Was wenn am kommenden Morgen alle Mitreisenden aus Ostfriesland einen eigenen Kühlschrank orderten? Oder wenn sie plötzlich alle auf dem Zimmer einen eigenen Safe brauchten…

Die Antwort von Marlies: „An der Rezeption kriegen wir alles. Das gehört zum Service.“

Spätestens mit dieser Hoffnung war klar: Auch jenseits der Bahn sind die Neuauwiewitter Gemeindefahrer im richtigen Hotel.

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