Urlaub ohne Koffer
Die Teilnehmer der Gruppe „Urlaub ohne Koffer“ machen sich am Donnerstag, den 14.8.2025 mit 19 Teilnehmern/Innen und 7 BegleiterInnen auf den Weg nach Emden zum Hafen. Wir fahren direkt zum Delft und haben eine Hafenrundfahrt geplant. Vorweg gibt es zur Stärkung mitgebrachten „Krintstuten“. Gegen 10.30 Uhr starten wir mit einem vollbesetzten kleinen Schiff zu einer Rundfahrt und hören einiges über die Entwicklung des Hafens. Emden ist ein Seehafen an der Mündung der Ems in die Nordsee. Fabrikneue Autos vom VW-Werk, Windräder für die Energiebranche sind wichtige Verladeprodukte. An den Werften werden marode Schiffe umgerüstet und auch riesige Marineschiffe modernisiert. Unsere SeniorenInnen sind erstaunt über die andere Sichtweise mit der sie die großen Schiffe beobachten können. Auch das Ufer zeigt sich vom Wasser aus einer anderen Perspektive.
Nach dieser Rundfahrt können wir direkt zum Restaurant „Lekkerpott-de besünner köken“ gehen zum Mittagstisch. Nach den vielen Eindrücken werden wir freundlich empfangen und können in der oberen Etage an gedeckten Tischen Platz nehmen. „Wie schön ist der Blick von hier auf die Anlegestelle der Schiffe“, kommt es von den TeilnehmerInnen und sie freuen sich auf eine Pause. Dieser Gastronomiebetrieb wird als Inklusionsbetrieb geführt. Menschen mit Behinderungen werden für den Arbeitsmarkt vorbereitet. Der Betrieb setzt Schwerpunkte in der Auswahl der Produkte, die von regionalen Anbietern geliefert werden und auch saisonale Punke werden berücksichtigt. Außerdem wird ein Schwerpunkt auf die ostfriesische Küche gesetzt.
Für unseren Mittagessen steht ein Fleisch- oder ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Das freundliche Personal gibt sich viel Mühe unsere Wünsche zu erfüllen.
Eine kleine Pause tut uns allen gut, um danach mit den bereitstehenden Bullis nach Campen zum ostfriesischem Landwirtschaftsmuseum zu fahren. An den Hofgebäuden empfängt uns Herr Tjaden, der ehrenamtlich Führungen übernimmt. Zunächst können wir in dem kleinen Cafe Platz nehmen um einige Infos zu erhalten. Das Museum zeigt zwei historische Gulfhöfe, ein Landarbeiterhaus und mehr als 600 Exponate zur Geschichte der Landwirtschaft in Ostfriesland, z.B. einen Stahlschlepper von 1939, einen gezogenen Mähdrescher von der Firma Claas oder einen Bäckerwagen um 1900.
Vom 17. bis 19. Jahrhundert waren die Gulfhöfe große landwirtschaftliche Mischbetriebe. Die Marschbauern waren in der Regel ziemlich reich und wurden Polderfürsten genannt. Viele von den TeilnehmernInnen kennen die sozialen Unterschiede und können aus eigenen Erfahrungen berichten.
Erst in den 1960/1970 Jahren veränderte sich die Situation der Landarbeiter. Der technische Fortschritte veränderte total die Landwirtschaft. Viele Arbeitskräfte wechselten zu dem neuen VW- Werk nach Emden. Die SeniorenInnen fügen noch hinzu, dass das Werk den Wohlstand für Ostfriesland brachte.
Viele Höfe konnten sich durch den Strukturwandel nicht mehr halten und somit veränderte sich vieles. Unser Führer, Herr Tjaden, erklärte uns die Landwirtschaft aus früheren Zeiten. Der Hof „Ohling“ ist von dem Museum sehr gut restauriert worden. In den Ställen kann man sehen, wie das Vieh gehalten wurde und Arbeitsprozesse sind anschaulich gezeigt. Das weckt viele Erinnerungen und die Gruppenmitglieder tauschen sich aus. Die Gespräche sind dann Anlass bei einer Tasse Tee und leckerem Kuchen sich zu erholen und anschließend den Heimweg anzutreten.
Alle TeilnehmerInnen sind begeistert und glücklich bei herrlichem Sonnenschein. Allen FahrerInnen und HelferInnen ein herzliches Dankeschön.
FahrerInnen und HelferInnen: Delia Evers, Isburga Dietrich, Klaus Schütze, Horst Stamm, Marlies Weimann
Organisatorinnen: Elisabeth Funke, Mechtild Möhlenkamp
Text und Bild: Elisabeth Funke, Mechtild Möhlenkamp

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