12.03.22 | Sonntagsgruß aus Wiesmoor

Liebe Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft NeuAuWieWitt! Heute kommen die Grüße zum Sonntag wieder aus Wiesmoor. Dass wir in diesen Tagen einen Krieg erleben, müssen wir irgendwie erst noch verdauen.

Wir erfahren gerade eine großer Ohnmacht. Wir sehen es ohnmächtig mit an, wie Menschen sich verzweifelt an die westlichen Staaten wenden mit der Hoffnung auf Hilfe in ihrer aussichtslosen Situation.

Bleibt uns nichts als hilflos zuzuschauen wie ein freies Land vernichtet wird, wie Kinder ihre Väter, Eltern ihre Söhne in einem aussichtslosen Krieg verlieren werden? Ist die ganze westliche Welt –trotz aller verbalen Verurteilung dieses Krieges- doch nur ein ohnmächtiger Verlierer?

Wir müssen wohl auch neu lernen, Ohnmacht auszuhalten. Aber wir dürfen auch neu lernen, darin an Gott festzuhalten. Gott ist in Jesus Christus in diese Welt hinabgestiegen. Er hat sich nicht mit Gewalt und Stärke präsentiert, um Schwächere zu unterwerfen; er wählte vielmehr die Ohnmacht der Liebe, um Herzen zu gewinnen.

Zu dieser Ohnmacht gehört auch –und das müssen wir uns immer wieder neu bewusst
machen- der laute Schrei Jesu am Kreuz über die Abwesenheit Gottes: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Mit der Auferstehung hat Gott gezeigt, wie mächtig und siegreich diese wehrlose Liebe ist, die die Welt von innen her verändert, verwandelt und erlöst.

Wenn wir um den Frieden beten in diesen Tagen, dann öffnen wir uns genau dieser Liebe. Es geht beim Friedensgebet nicht darum, Gott irgendwie mit vielen Worten umzustimmen; er hat längst gezeigt, dass er auf der Seite der Verachteten und Unterdrückten steht.

Es geht vielmehr darum, dass wir in Zeiten des Betens uns dieser Liebe öffnen, damit sie zuallererst in uns siegen kann und dann durch uns einen Weg findet, gewissermaßen einen Kanal- in diese Welt hinein auch zu denen hin, die noch ganz in sich selbst gefangen sind.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Sonntag und eine schöne Woche.

Herzlichst Euer Daniel

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